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1. Heinrich Lutz, Reformation und Gegenreformation
Im Einleitungsteil der Darstellung wird dem Leser ein knapper Überblick
von Europa zu Beginn des 16.Jahrhunderts geboten. Auf die Frage
der Periodisierung wird dann am Anfang des zweiten Hauptkapitels
explizit eingegangen (S.111-116); unterschiedliche Periodisierungsvorschläge
der Geschichte werden dabei vorgestellt. Wem dies nicht reicht,
findet 23 Literaturhinweise (S. 203/204), die sich mit dieser Thematik
beschäftigen.
2.
Peter Blickle, Die Reformation im Reich
Im Schlusskapitel Die Reformation - eine Epochenwende im Reich?
(S.233ff.) bewertet der Autor den Umbruchcharakter der Reformation
für das Reich, jedoch nicht für die Geschichtsschreibung
allgemein. Dies ist deshalb konsequent, weil sich das ganze Buch
um den Komplex "Reich" dreht und nicht den Auftrag hat,
eine größer angelegte Betrachtung durchzuführen.
3.
Johannes Burkhardt, Das Reformationsjahrhundert - Deutsche Geschichte
zwischen Medienrevolution und Institutionenbildung 1517-1617
Der Ausgangspunkt von Burkhardts Beschreibungen über die Reformation
(1.Teil des Buches) stellt die Erfindung des Buchdrucks dar, er
tituliert diese "neue Kunst" als "
die wahre
Vorgeschichte der Reformation
" (S.17). Im Zusammenspiel
mit dem Auftritt Martin Luthers und seines Handelns (Bibelübersetzung,
etc.) geht mit dem neuen Medium Buch ein Umbruch in der Geschichtsschreibung
einher. Die Entwicklung des Buchdrucks wird näher beschrieben
und auf den weiteren Verlauf der Ereignisse übertragen. Die
Wirkungsgeschichte Luthers wird gewissermaßen medien- und
kommunikationswissenschaftlich aufgearbeitet.
4.
Heinz Schilling, Siedler Geschichte Europas: Die neue Zeit - Vom
Christenheitseuropa zum Europa der Staaten. 1250 bis 1750
Da der Autor die Zeit zwischen 1250 und 1750 aus ganzheitlicher
Perspektive betrachtet, wird nicht speziell auf die Reformation
als mögliche Zeitenwende eingegangen. Zu seiner spezifischen
Vorgehensweise - und warum er gerade nicht eine Aufteilung zwischen
dem späten Mittelalter und dem Beginn der frühen Neuzeit
macht - nimmt er im Epilog "Von der neuen Zeit und ihren Merkmalen"
(S.9ff.) Stellung.
5.
Bernd Moeller, Deutschland im Zeitalter der Reformation
Im Resümee zum ersten Kapitel des Buches mit dem Titel "Gesamtgesellschaftliche
Krise?" (S.46f.) geht der Autor kurz auf die Deutungsfrage
der Reformation als Umbruch ein. Durch die vorhergehende Situationsbeschreibung
in Deutschland um 1500 hat der Leser jedoch eine gute Grundlage,
um den Verlauf der Reformation für sich bewerten und beurteilen
zu können. Erst auf der letzten Seite des Schlusskapitels wird
die Umbruch-Frage noch einmal aufgegriffen.
6.
Winfried Schulze, Deutsche Geschichte im 16. Jahrhundert
Auf die Frage, ob die Reformation als Beginn der Neuzeit gesehen
werden kann oder muss, geht der Autor nur sehr kurz in der Einleitung
(S.16/17) ein. Die Frage, der viel mehr nachgegangen wird, beschäftigt
sich mit der Stellung des 16.Jahrhunderts allgemein und den Ereignissen,
die sich zu dieser Zeit abgespielt haben. Eine Epochendiskussion
wird aber nicht geführt.
7.
Horst Rabe, Deutsche Geschichte 1500 bis 1600. Das Jahrhundert der
Glaubensspaltung
Durch die sehr deskriptive Ausrichtung des Werkes in Bezug auf die
Ereignisse im Reich vor, nach und durch die Reformation bleibt die
Frage eines Epochenwechsels gänzlich unbeantwortet.
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