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Bibliographie nationale française |
| Nr. 34 / 2003 |
| Resümee: | Die "Bibliothèque nationale de France" stellt auf ihren Webseiten aktuelle Neuerscheinungslisten der Nationalbibliographie zur Verfügung, in denen man sich mit Hilfe der Dewey-Dezimal-Klassifikation schnell orientieren kann. |
| URL: | http://bibliographienationale.bnf.fr |
| Kategorie: | Bibliotheken |
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Zu den zentralen Aufgaben einer Nationalbibliothek gehört nicht nur die möglichst lückenlose Sammlung der Buch- und Zeitschriftenproduktion ihres Zuständigkeitsgebiets, sondern auch der Nachweis und die Erschließung der gesammelten Publikationen. Der Erfüllung dieser Aufgabe dient die Erarbeitung von Nationalbibliographien, die in regelmäßigen Abständen das neu erschienene Schrifttum verzeichnen. Da die Nationalbibliotheken in vielen Fällen als Depotbibliotheken fungieren, bei denen jeder Verlag ein Pflichtexemplar seiner Veröffentlichungen einreichen muss, können die Nationalbibliographien als die umfassendsten Informationsmittel über die jeweilige nationale Buch- und Zeitschriftenproduktion betrachtet werden. Vor allem die Einbeziehung der sogenannten "grauen" Literatur, die meist nicht in den Buchhandel gelangt, macht diese Bibliographien zu einem sehr nützlichen Hilfsmittel. Wie sich in den einschlägigen Bereichen von Gabriel, der gemeinsamen Internet-Plattform der europäischen Nationalbibliotheken, nachlesen lässt, werden die Nationalbibliographien teils in eigenen Datenbanken angeboten, teils aber auch in nationale Verbundkataloge integriert. Die "Bibliothèque nationale de France" geht beide Wege, indem sie einerseits auf den hier vorzustellenden Webseiten die kontinuierlich erscheinenden Listen neuer Publikationen zugänglich macht, andererseits diese Daten aber auch fortlaufend in den umfassenden Online-Katalog "BN-OPALE PLUS" einbezieht. Auf der Startseite wird zunächst die Aufgabenstellung und Funktionsweise der "Bibliographie nationale" erläutert. Zu beachten ist, dass neu herausgegebene Zeitschriften im Monatsrhythmus nachgewiesen werden, während die deutlich umfangreichere Buchproduktion in insgesamt 26 Neuerscheinungslisten pro Jahr zusammengefasst wird. Der Zugang zu den Daten ist nur auf browsendem Wege möglich, für den aber mehrere Optionen angeboten werden. Da ein Normalnutzer eher selten die Verzeichnung neuer Periodika durchforsten wird, soll hier die Bibliographie nationale française Livres im Mittelpunkt stehen. Folgt man von der Startseite aus dem entsprechenden Link, so erreicht man einen chronologisch absteigenden Überblick der zuletzt erschienenen Listen. Klickt man die neueste Zwei-Wochen-Liste an, so wird die nützlichste Zugriffsweise angeboten: per "Cadre de classement", einer auf der Dewey-Dezimal-Klassifikation beruhenden inhaltlichen Gruppierung der Neuerscheinungen, kann gezielt auf Bücher mit historischen Themenstellungen zugegriffen werden. In Frage kommen vor allem die vier Gruppen "900. histoire et géographie", "920. biographies", "940. histoire moderne et contemporaine (sauf France)" und "944. histoire de France". Den größten Umfang nimmt dabei meist Abschnitt Nr. 944 ein, gefolgt von Nr. 920. Eine weitere Aufgliederung nach Epochen oder - im Fall von Nr. 944 - nach Regionen erfolgt nicht, so dass man jeweils die ganze Gruppe nach interessanten Titeln durchforsten muss. Alternativ wird die Zugriffsweise "accès par index" angeboten. Auf diesem Weg lassen sich alphabetisch geordnete Listen von Autorennamen, Buchtiteln oder Schlagwortketten (= Index RAMEAU) abrufen. Der letztgenannte Index ermöglicht immerhin in gewissem Umfang den Zugriff über geographische Begriffe, da z. B. eine Publikation über die seit dem Mittelalter eingetretenen Änderungen der Lebensbedingungen in Dörfern des Limousin unter der Schlagwortkette "Limousin (France) -- Conditions rurales -- Histoire" gefunden werden kann. Um die Recherche zu erleichtern, werden die im Rhythmus von zwei Wochen publizierten Listen jahrgangsweise kumuliert. Für das Jahr 2002 steht z. B. eine Kumulation von Nr. 4-26 bereit. Die Ausklammerung der ersten drei Nummern beruht auf der Entscheidung, ab Nr. 4/2002 die aus den USA stammende Dewey-Klassifikation zu verwenden. Der ebenfalls kumuliert recherchierbare Jahrgang 2001 beruht noch auf der zuvor eingesetzten Klassifikation, in der geschichtswissenschaftliche Publikationen auf die Gruppen 92 und 93 aufgeteilt waren. Die Nutzung dieser Webseiten kann vor allem dann empfohlen werden, wenn man sich über in Frankreich publizierte Neuerscheinungen der letzten zwei, drei Jahre, oder auch speziell der letzten Monate informieren will. Besonders ergiebig ist dabei naturgemäß der Bereich der französischen Geschichte. Der Aktualitätsgrad der verzeichneten Publikationen ist jedoch nicht gleichmäßig hoch: eine Stichprobe in den Gruppen 940 und 944 der Liste Nr. 13/2003 ergab z. B., dass etwa ein Viertel der Bücher aus den Jahren 2000-2002 stammt. Wer die Grenzen dieser Webressource nicht aus den Augen verliert, kann dennoch vor allem von dem klassifikationsgestützten Zugriff auf zahlreiche geschichtswissenschaftliche Neuerscheinungen profitieren. [Gregor Horstkemper, 25. August 2003] |
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