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DigiBern - Berner Kultur und Geschichte im Internet |
| Nr. 41 / 2003 |
| Resümee: | Im Rahmen einer von der Stadt- und Kantonsbibliothek Bern aufgebauten virtuellen Bibliothek werden umfangreiche Materialien zur Geschichte und Kultur Berns zusammengeführt; besonders erwähnenswert ist die komplette Digitalisierung der "Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde". |
| URL: | http://www.digibern.ch/ |
| Kategorie: | Digitale Editionen |
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Als sich Bern 1353 mit der Confoederatio Helvetica verbündete, gewann letztere einen Partner, der durch sich u. a. durch seine Beziehungen zu den mächtigen Nachbarn im Westen als wichtiger Erfolgsfaktor für die weitere Entwicklung der Eidgenossenschaft erweisen sollte. Zwar hatte Bern in der Reformationszeit keine Theologenpersönlichkeit vom Rang eines Zwingli, Oekolampadius oder Calvin aufzuweisen, doch nach dem Übertritt zum neuen Glauben im Jahr 1528 gehörte die Stadt dennoch - gemeinsam mit Zürich, Basel und Schaffhausen - zu den führenden Kräften des schweizerischen Protestantismus. Seiner bedeutenden Rolle im Rahmen der schweizerischen Geschichte und Kultur ist das von der Berner Stadt- und Kantonsbibliothek betriebene Webangebot "DigiBern" gewidmet. Die in mehrjähriger Arbeit aufgebaute Materialsammlung setzt sich teils aus bereits gedruckt vorliegenden modernen Publikationen, teils aus retrodigitalisierten Quellenbeständen zusammen. Anknüpfend an die mit diesem Internet-Projekt gemachten Erfahrungen sollen im Lauf der Zeit weitere Komponenten hinzugefügt werden. Von der Startseite aus gelangt man durch Anklicken der Übersichtskarte des Kantons Bern zu einer Verteilerseite, auf der die unterschiedlichen Bestandteile von DigiBern aufgelistet werden. Wer zunächst mehr über den Projekthintergrund erfahren möchte, kann dem Link Mehr Informationen zu DigiBern folgen. Anschließend ist für diejenigen Benutzer, die sich erst einmal Grundwissen über die Stadt und den Kanton verschaffen wollen, die "Illustrierte Berner Enzyklopädie" zu empfehlen. In vier Bänden werden der Naturraum, die Siedlungs- und Architekturgeschichte, Kunst und Kultur, sowie die Geschichte Berns vorgestellt. Letztere wird in Band 2 der Enzyklopädie behandelt, wobei die mit Illustrationen und Infokästen versehene Publikation sich an breitere Leserschichten richtet. Ein stärker fachlich interessiertes Publikum wird mit der Publikation "Kunstdenkmäler des Kantons Bern" angesprochen. Steuert man etwa Band 3 über die Berner "Staatsbauten" an, so findet man Ausführungen zu Zeughäusern, Zuchthäusern oder Schulen. Letzteres Kapitel enthält einen 18seitigen Abschnitt über "Die Lateinschule 1577-1582", in dem akribisch Architektur und Ausstattung - bis hin zu den Inschriften - dokumentiert werden. In der Rubrik Geschichte ist zunächst die "Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde" hervorzuheben, von der die Jahrgänge 1939 bis 1997 retrodigitalisiert wurden, während ab Heft 3 des Jahrgangs 59 (1997) alle Beiträge bereits direkt im PDF-Format verfügbar sind. Ein browsender Zugang zu den älteren Heften ist auf zwei Weisen möglich: Entweder blättert man durch eine alphabetisch sortierte Autorenliste, oder durch die in Jahrgänge und Einzelhefte gegliederte chronologische Übersicht. Die einzelnen Seiten der Beiträge werden wie die bereits erwähnten Publikationen als Grafikdateien wiedergegeben, doch wird hier zusätzlich ein durch OCR-Bearbeitung erfasster Volltext verfügbar gemacht. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass der Text nicht auf Fehler hin durchgesehen werden konnte. Der unkorrigierte Volltext bildet auch die Grundlage für die Wortsuche. Diese erstreckt sich als Volltextsuche auf sämtliche Beiträge der Zeitschrift und kann nicht auf einzelne Jahrgänge oder Hefte eingegrenzt werden. Gibt man etwa bei der Recherche nach Informationen über die 1632 in die Berner Bibliothek gelangte "Bibliotheca Bongarsiana" den Namen "Bongars" in das Suchfeld ein, so werden immerhin zwanzig Treffer ausgeworfen, die jeweils auf einen Zeitschriftenaufsatz verweisen. Die Links zu den Grafikversionen der Aufsätze verweisen nicht auf bestimmte Seiten eines Aufsatzes, auf denen der Suchbegriff zu finden ist, sondern führen immer nur zur Startseite. Um dann den Begriff innerhalb des Textes auffinden zu können, ist die Volltextversion notwendig, die in einem Zusatzfenster aufrufbar ist und mit den üblichen Suchfunktionen eines Browsers durchforstet werden kann. Bezogen auf die berühmte Humanistenbibliothek des Jacques Bongars finden sich mit neueren Aufsätzen von Marlis Stähli und Hans A. Michel mindestens zwei einschlägige Publikationen unter den Treffern. In der Rubrik "Geschichte" ist aus frühneuzeitlicher Perspektive auch das "Historisch-topographische Lexikon der Stadt Bern" erwähnenswert, das die Identifizierung von Orts-, Straßen- und Gebäudebezeichnungen erleichtert. Zudem werden knappe Erläuterungen geboten und Literaturhinweise gegeben. Soweit einschlägige Aufsätze in der "Berner Zeitschrift" erschienen sind, werden sie direkt verlinkt. Als weiterer wichtiger Bestandteil von DigiBern ist die "Sammlung Ryhiner" hervorzuheben, die Karten, Pläne und Ansichten umfasst. Da diese Sammlung eine eigene Vorstellung verdient und eine bedeutende Erweiterung der online präsentierten Materialien geplant ist, soll hier jedoch nicht näher darauf eingegangen werden. Gewöhnungsbedürftig ist die technische Umsetzung der Webpräsentation, die auf einer Java-Applikation aufsetzt. Um die einzelnen Grafikdateien betrachten zu können, wird ein Java-Applet gestartet, das eine Reihe von Steuerungsmöglichkeiten für die Benutzer mit sich bringt. So kann z. B. in die Seiten hinein- oder aus ihnen herausgezoomt werden, ein Blättern ist - neben dem einfachen Vor- und Zurückblättern - in 5er oder 10er Schritten möglich, und selbst Helligkeit und Kontrast können gesteuert werden. Erkauft werden diese Vorteile mit der Abhängigkeit von einer vorhandenen Javainstallation, mit einer etwas umständlichen Bedienungsweise und einer gelegentlich bernischen Langsamkeit des Bildaufbaus. Auch die Bildqualität kann variieren. Wo wenig oder keine Abbildungen im Text vorkommen, sind die Seiten in der Regel gut lesbar. In Fällen wie der "Illustrierten Berner Enzyklopädie" mit ihren zahlreichen in den Text eingestreuten Abbildungen fällt das Scanergebnis teilweise weniger augenfreundlich aus, was aufgrund der anspruchsvollen Vorlage allerdings nachvollziehbar ist. Hat man sich an die unorthodoxe Präsentationslösung einmal gewöhnt, lässt sich DigiBern mit großem Nutzen durchstöbern. Die Reichhaltigkeit der angebotenen Materialien ist beeindruckend, so dass allen stadt- oder landesgeschichtlich Interessierten ein Besuch dieser Webseiten - auch als Anregung für eigene Projekte - empfohlen werden kann. [Gregor Horstkemper, 13. Oktober 2003] |
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