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Österreichische Historische Bibliographie |
| Nr. 46 / 2003 |
| Resümee: | Die über die Webseiten der Universität Klagenfurt erreichbare "Österreichische Historische Bibliographie" enthält u. a. Monographien, Aufsätze und Abschlussarbeiten von österreichischen Geschichtswissenschaftlern seit dem Berichtsjahr 1945. |
| URL: | http://www.uni-klu.ac.at/oehb/ |
| Kategorie: | Fachinformationen |
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Wer sich auf die Suche nach Literatur zur Geschichte Österreichs begibt, wird die Österreichische Historische Bibliographie (ÖHB) als ein zentrales Rechercheinstrumente zu schätzen wissen. Das am Institut für Geschichte an der Universität Klagenfurt betriebene bibliographische Projekt verzeichnet die Veröffentlichungen der österreichischen Geschichtswissenschaft, beginnend mit dem Berichtsjahr 1945. Vergleicht man die ÖHB mit den beiden großen bibliographischen Unternehmungen der deutschen Geschichtswissenschaft, den "Jahresberichten für deutsche Geschichte" und der "Historischen Bibliographie", so ist die österreichische Literaturdokumentation eher mit letzterer vergleichbar. Die beiden bibliographischen Unternehmungen sind einander insofern verwandt, als in erster Linie die Produktion der jeweiligen nationalen Historikerzunft - und nicht das internationale geschichtswissenschaftliche Publikationsaufkommen zur Geschichte des jeweils behandelten Raums - dokumentiert wird. Während aber bei der "Historischen Bibliographie" zunehmend auch Veröffentlichungen nichtdeutscher Autoren zur deutschen Geschichte aufgenommen werden, ist eine solche Fokuserweiterung bei der ÖHB kaum zu beobachten. Zudem sind in der ÖHB nur solche Veröffentlichungen erfasst, die auch in Österreich erschienen sind, während eine solche Einschränkung im Hinblick auf den Publikationsort in den deutschen Bibliographien nicht erfolgt. Erfasst werden in der ÖHB die klassischen Veröffentlichungsformen: Monographien, Reihenwerke, Artikel aus Festschriften, Sammelwerken und Zeitschriften, aus Aufsatzsammlungen, Katalogen, Kongress- und Tagungsbänden. Darüber hinaus werden aber auch geschichtswissenschaftliche Diplomarbeiten, Dissertationen und Habilitationsschriften sowie Sach- und Personalbibliographien verzeichnet. Die thematische und geographische Bandbreite der Publikationen ist - entsprechend den Forschungsschwerpunkten der einzelnen Forscher - beachtlich, doch stellt die österreichische Geschichte naturgemäß einen deutlichen Schwerpunkt dar. Die Online-Fassung der auch in einer Druck- und einer CD-ROM-Version erhältlichen ÖHB fällt recht spartanisch aus. Einige grundlegende Informationen sind auf der Startseite versammelt, doch selbst eine Angabe zur Zahl der gegenwärtig enthaltenen Datensätze fehlt. Um eine Recherche zu starten, muss man dem Startseiten-Link zum Suchformular folgen. In der ÖHB-Suchmaske werden zunächst die drei Suchfelder "Titel", "Autor / Hrsg." sowie "Zeitschriften / Reihen" angeboten. Wenn einzelne Suchbegriffe eingegeben werden, erfolgt stets eine automatische Trunkierung. Die Suche nach der Zeichenfolge "reformat" im Feld "Titel" findet also sowohl Publikationen, die den Begriff "Reformation" im Titel tragen, als auch Veröffentlichungen, deren Titel das Adjektiv "reformatorisch" umfasst. Gibt man als Wildcard ein "*" im Suchfeld "Titel" ein, so bekommt man eine Gesamtzahl von über 200.000 Treffern angezeigt - offenbar die Summe der z. Zt. in der ÖHB enthaltenen Publikationen. Sucht man gleichzeitig nach mehreren Begriffen, so ist zu beachten, dass eine Recherche nach "stadt linz" nur genau diese Zeichenfolge findet. Die Zahl von gut 180 Treffern lässt sich erweitern, wenn man zwischen den gesuchten Worten ein "*" einfügt: Die Suche nach "stadt*linz" führt zu über 300 Treffern, weil auch solche Publikationen gefunden werden, bei denen die beiden Suchbegriffe getrennt voneinander im Titel vorkommen. Leider fehlt eine Index-Funktion, mit deren Hilfe ein Benutzer feststellen könnte, ob bestimmte Suchbegriffe überhaupt vorkommen, oder ob eine Recherche evt. nur aufgrund einer abweichenden Schreibweise erfolglos verlaufen ist. Neben den erwähnten Suchfeldern können noch Schlagworte und das Erscheinungsjahr bzw. ein Erscheinungszeitraum gesucht werden. Bei den Schlagworten wird zwischen allgemeinen Schlagworten sowie Personen- und Ortsnamen unterschieden. Gerade die Option zur Personensuche kann die Treffermenge deutlich anheben. Eine Suche nach dem Salzburger Kardinal Wolf Dietrich von Raitenau ergibt bei einer Recherche nach dem Titelbegriff "Raitenau" z. B. 39 Treffer, während die Wahl des Personenfeldes für den Suchbegriff "Raitenau" zu 61 Treffern führt. Falls man nur an neueren Publikationen interessiert ist, lässt sich der Erscheinungszeitraum durch entsprechende Eingaben begrenzen. Bei der Arbeit mit der ÖHB ist zu beachten, dass die Beschränkung auf den Publikationsstandort Österreich eine bedauerliche Engführung darstellt. Wichtige Veröffentlichungen zur österreichischen Geschichte - etwa aus der Feder von Autoren wie Heinrich Lutz oder Alfed Kohler - werden z. B. in der ÖHB nicht dokumentiert, wenn sie in deutschen geschichtswissenschaftlichen Zeitschriften oder als Monographien an deutschen Verlagsstandorten publiziert wurden. Es wird jedoch auch schnell deutlich, dass die gründliche Erfassung von orts- und regionalgeschichtlichen Veröffentlichungen und die Einbeziehung von Publikationsformen wie Ausstellungskatalogen oder Diplomarbeiten eine besondere Stärke der Bibliographie darstellt. Für die nähere Beschäftigung mit der österreichischen Geschichte ist die ÖHB also unbedingt als Startpunkt zu empfehlen. [Gregor Horstkemper, 17. November 2003] |
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