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Haus der Bayerischen Geschichte

Nr. 49 / 2003  

Resümee:  Das Haus der Bayerischen Geschichte informiert über Ausstellungen, Tagungen und Publikationen und bietet Datenbanken mit Porträts und Biografien bayerischer Persönlichkeiten sowie Materialien zur Geschichte bayerischer Klöster an.
URL:  http://www.hdbg.de/
Kategorie:  Themenangebote

Das 1978 errichtete "Haus der Bayerischen Geschichte" ist ein Ort der Vermittlung von geschichtswissenschaftlichen Erkenntnissen an breitere Bevölkerungsschichten. Es handelt sich bei dem seit 1993 in Augsburg angesiedelten HDBG also um keine Forschungseinrichtung, sondern um eine Institution zur Förderung von Geschichtsbewusstsein und historischem Wissen. Dabei soll die Entwicklung von Staat und Gesellschaft bis zur Gegenwart - unter Berücksichtigung der historischen und kulturellen Vielfalt Bayerns - im Mittelpunkt der Vermittlungsbemühungen stehen. Eine zentrale Rolle spielen dabei eine Reihe von Wanderausstellungen sowie vor allem die jährlichen Landesausstellungen, die über die Landesgrenzen hinweg die Aufmerksamkeit eines historisch interessierten Publikums gefunden haben. Darüber hinaus nutzt das HDBG zahlreiche weitere Medienkanäle: Mit Katalog- und Buchveröffentlichungen, Vorträgen, Tagungen, Medienangeboten, Zeitzeugenprojekten, einem Bildarchiv sowie nicht zuletzt der Internetpräsentation sollen unterschiedlichste Nutzergruppen angesprochen und für historische Themen interessiert werden.

Nach einem Klick auf die Startseite wird ein Navigationsmenü angeboten, in dem für eine erste Orientierung über die besuchte Institution der Link Das Haus empfohlen werden kann. Hier wird u. a. über Aufgaben, Organisationsstruktur und laufende Projekte berichtet. Mit Hilfe des Verweises HDBG aktuell gelangt man zu einer Liste neuer Angebote und Veröffentlichungen, und der Link zu den Ausstellungen / Archiv führt zu einem Überblick über ein zentrales Betätigungsfeld des Hauses. Für eine Reihe der Ausstellungen mit frühneuzeitlicher Thematik wurden recht umfangreiche Webpräsentationen erstellt, etwa zum Rätsel Grünewald aus dem Jahr 2002, oder zu den 1998 in Kempten und Memmingen durchgeführten Ausstellungen zur reichsstädtischen Geschichte. Die Webseiten zur 2003 in Amberg veranstalteten Ausstellung über den kurpfälzischen "Winterkönig" Friedrich V. fallen dagegen ein wenig spartanisch aus - abgesehen von einer virtuellen Ausstellung von Fundstücken, die im Zusammenhang mit der Belagerung Heidelbergs im Jahre 1622 stehen. Es finden sich sowohl Objekte aus dem Besitz der angreifenden bayerischen Truppen als auch der verteidigenden Heidelberger, so dass sich ingesamt ein interessantes Mosaikbild von Alltagsgegenständen des Kriegsalltags im 17. Jahrhundert ergibt.

Sehr ergiebig ist der Bereich BaVaria, in dem mehrere eigens für das Internet entwickelte Präsentationen des HDBG aufgelistet werden. Sehr informativ fällt z. B. das Informationsportal "Klöster in Bayern" aus. Die datenbankgestützte Aufbereitung von Informationsmaterial ermöglicht viele verschiedene Zugangsweisen. Sucht man etwa nach Informationen zum Kloster Heilig Kreuz in Donauwörth, so kann man diese über eine Profisuche, eine Volltextsuche, zwei anklickbare Karten sowie zwei Indexlisten mit Orts- bzw. Klosternamen aufsuchen. Zu den Informationen gehören einige "Basisdaten" (Gründer, Aufhebung, Weiternutzung), Ausführungen zur Geschichte des Klosters (das in der Vorgeschichte des Dreißigjährigen Krieges eine prominente Rolle spielte), mehrere Abbildungen sowie einige Literaturangaben. Die Angaben zu den einzelnen Klöstern werden ergänzt durch ein Glossar mit mehreren hundert Einträgen sowie durch Multimedia-Elemente (Musikbeispiele aus bayerischen Klöstern, Informationen zu Klosterorgeln, Panorama-Aufnahmen).

Besuchenswert ist auch die Porträtgalerie Bayern, die zur Zeit digitale Reproduktionen von 146 Gemälden umfasst. Der Zugang ist auf browsende Weise möglich, indem in einer alphabetisch sortierten Liste der erfassten Personen geblättert wird. Die Porträtdarstellungen können mit Hilfe einer javabasierten Zoomsoftware betrachtet werden, so dass sich auch Details noch recht gut erkennen lassen. Zu den dargestellten Personen wird jeweils eine biographische Übersicht sowie eine Literaturliste angeboten. Aus den erläuternden Texten heraus lässt sich auf ein umfangreiches Glossar mit über 400 Begriffen zugreifen - jedenfalls dann, wenn man mit einem Internet Explorer unterwegs ist, denn Surfer mit einem Mozilla-Browser werden offenbar nicht optimal unterstützt. Lohnend ist auch ein Besuch der Gesichter Bayerns, einer Sammlung von etwa 500 Biografien, die im Zusammenhang mit den Publikationsaktivitäten des HDBG stehen. Eine sinnvolle Zweitverwertung stellt auch das Projekt Historische Karten und Pläne dar. Hier lassen sich kartographische Beiträge zu Ausstellungen des HBDG dauerhaft über das Internet abrufen, so dass die Materialien z. B. für Lehrzwecke weiterverwendet werden können.

Auch andere Bereiche der HDBG-Webpräsentation sind einen Abstecher wert. Der Bereich Tagungen beínhaltet einen Verweis auf die Dokumentation der jährlich vom HDBG mitveranstalteten "EDV-Tage Theuern". Im Shop können nicht nur die Veröffentlichungen des Hauses erworben werden, sondern hier findet sich z. B. auch ein Unterabschnitt namens Downloads, der frei zugängliche Dateien enthält. Hier kann u. a. ein vom HDBG herausgegebenes Informationsheft über den fränkischen Reichskreis aus der Feder von Rudolf Endres im PDF-Format abgerufen werden. Für museologische Fragestellungen sind die hier zu findenden Informationen zur Besucherforschung sehr nützlich. Die knappe Vorstellung ausgewählter Inhalte des HDBG-Webseiten kann nur einen ersten Eindruck von der Reichhaltigkeit der vorgehaltenen Ressourcen vermitteln. Die Webseiten lassen auf einen kontinuierlichen Ausbau hoffen und können anderen Bundesländern als Anregung für die Entwicklung landesgeschichtlicher Informationsressourcen dienen.

[Gregor Horstkemper, 8. Dezember 2003]

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