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Österreichische Bibliografie - OeB-online |
| Nr. 10 / 2004 |
| Resümee: | Die Österreichische Nationalbibliothek macht seit Anfang 2003 eine Online-Version der Österreichischen Bibliografie frei zugänglich und bietet dabei sowohl einen browsenden Zugriff als auch Möglichkeiten zur Datenbank-Recherche an. |
| URL: | http://bibliographie.onb.ac.at/biblio/ |
| Kategorie: | Bibliotheken |
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Um möglichst aktuelle Informationen über neue Bücher zur Geschichte eines Landes zusammentragen zu können, bietet sich der Rückgriff auf mehrere Hilfsmittel an. Nimmt man das Beispiel Österreich, so sind zum einen die bibliografischen Aktivitäten der Geschichtswissenschaft zu nennen, die in der Österreichischen Historischen Bibliographie (ÖHB) resultieren. Neuanschaffungslisten von Bibliotheken mit einem Sammelschwerpunkt auf der Geschichte Österreichs stellen ebenfalls ein nützliches Instrument dar. Die Datenbank der Neuerwerbungen der Bayerischen Staatsbibliothek verzeichnet im Gegensatz zur ÖHB z. B. auch solche Literatur, die nicht in Österreich erschienen ist. Außerdem werden die Publikationen nach behandelten Epochen und Sachgebieten klassifiziert. Besonders hohe Ansprüche an Vollständigkeit und Aktualität des Nachweises österreichischer Buchveröffentlichungen erfüllt jedoch ein weiteres, von der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien (ÖNB) erarbeitetes Instrument: Die "Österreichische Bibliografie", seit Anfang 2003 im Internet präsentiert unter dem Namen "OeB-online". Wie andere nationalbibliografische Unternehmungen ist auch die "Österreichische Bibliografie" in mehrere Reihen unterteilt. Reihe A, das "Verzeichnis der österreichischen Neuerscheinungen", stellt den umfangreichsten Bestandteil dar und bildet den Kern der "OeB-online". In den Reihen B ("Verzeichnis der österreichischen Hochschulschriften") und C ("Auswahlbibliografie 'Neuere Ausländische Austriaca'") kann zwar auch recherchiert werden, doch wird neben der Suchfunktionalität kein browsender Zugang angeboten. Die Startseite der "OeB-online" ist recht knapp gehalten, bietet dabei aber die wichtigsten Hintergrundinformationen. Dass die freie Verfügbarkeit der nationalbibliografischen Informationen keineswegs selbstverständlich ist, wird durch den Hinweis unterstrichen, dass die Bibliografie "bisher nur dem zahlenden Fachpublikum aus dem Buchhandels- und Bibliothekswesen zur Verfügung" gestellt wurde. Vor dem Durchstöbern der OeB-online sollten auf jeden Fall die Hinweise zur Neugliederung der OeB-online ab 2004 zur Kenntnis genommen werden. Hier wird u. a. kurz erläutert, dass die OeB in Anlehnung an ähnliche Trends in Deutschland, der Schweiz oder Frankreich mit dem Jahr 2004 auf die Dewey-Dezimalklassifikation (DDC) umgestellt wurde. An die Stelle der ursprünglich nur 25 Sachgruppen der OeB treten nun rund 100 Kategorien. Im Bereich der Geschichte werden Bücher nicht mehr samt und sonders in eine einzige Schublade gesteckt (Sachgruppe 14: Geschichte, Kulturgeschichte, Volkskunde), vielmehr stehen zehn Kategorien zur Verfügung. Von der Startseite aus kann gleich auf das neueste "Heft" der OeB zugegriffen werden. Die Gestaltung der bibliografischen Angaben in den zweiwöchentlich erscheinenden Heften wird auf einer Webseite erläutert, die über den Link Hefte in der am oberen Bildschirm-Rand untergebrachten Navigationsleiste erreicht werden kann. Der systematische Aufbau jedes einzelnen Heftes macht den browsenden Zugriff auf bestimmte Teile der OeB jedoch denkbar einfach. Ab Heft 1/2004 stehen unter der Gliederungsnummer "943.6" jeweils die neuesten Bücher zur Geschichte Österreichs zur Verfügung, während beispielsweise im Abschnitt "940" Veröffentlichungen zur europäischen Geschichte und im Abschnitt "900" Publikationen zur Geschichte allgemein aufgelistet werden. Zu beachten ist, dass die in Klammern hinter den Gliederungsnummern angegebenen Zahlen für die jeweils enthaltenen Titel nur auf die primär dieser Gruppe zugeordneten Titel zu beziehen sind. In Heft 5/2004 werden für die Gruppe "943.6" z. B. 13 Titel genannt, während nach dem Anklicken der Gliederungsnummer nicht weniger als 28 Publikationen aufgeführt werden. Diese Diskrepanz ist auf Mehrfachzuordnungen zurückzuführen, was den Zeitaufwand beim Durchsehen der OeB reduzieren hilft. Wer sich etwa für Stadt- und Ortsgeschichte interessiert, braucht im Normalfall nicht eigens unter der Gliederungsnummer "910 Geografie, Reisen" nachzuschlagen, sondern findet die einschlägigen Titel auch dann unter "943.6" verzeichnet, wenn der Primäreintrag in der Gruppe "910" erfolgt ist. Die flächendeckende Erfassung von sogenannter "grauer Literatur", etwa von im Selbstverlag gedruckten Familiengeschichten oder von historischen Publikationen zu Jubiläumsfeiern von Kirchengemeinden, macht eine besondere Stärke der OeB aus. In Einzelfällen werden auch bereits Inhaltsverzeichnisse von Sammelbänden angeboten. Neben dem Zugang über die "Heft"-Struktur werden auch browsende Zugänge über die Kriterien "Buchtitel" und "Autorenname" ermöglicht. Zusätzlich wird eine Volltextsuche angeboten, die allerdings keine Trunkierung von Suchbegriffen oder eine Eingrenzung auf einen bestimmten Suchzeitraum etc. erlaubt. Wer sich speziell für Hochschulschriften und für im Ausland publizierte Austriaca interessiert, wird auf der Startseite auf die Spezialkataloge und Datenbanken der ÖNB verwiesen. Folgt man diesem Querverweis, finden sich unter der Überschrift "Reihen der Österreichischen Bibliographie" Links zu drei Datenbankangeboten, die jeweils den Zeitraum seit dem Jahr 1999 abdecken. Hier soll nur kurz am Beispiel der Reihe C - Neuere ausländische Austriaca die Funktionsweise dieser Recherchemöglichkeit aufgezeigt werden. Um speziell auf Publikationen zur Geschichte zugreifen zu können, sollte die Suchoption Mit Vorauswahl angesteuert werden. Anschließend kann eine Sachgruppe ausgewählt werden, wobei hier wieder nur eine undifferenzierte Gruppe "063 - Geschichte, Historische Hilfswissenschaften" angeboten wird (eine alte, nunmehr ebenfalls durch die DDC abgelöste Sachgruppe der Deutschen Nationalbibliografie). Anschließend können noch die Veröffentlichungssprache und die Veröffentlichungsart näher spezifiziert und zusätzlich Suchbegriffe für bestimmte Felder (Autor, Titel, Schlagwort, Jahr u. a.) eingegeben werden. Für das Veröffentlichungsjahr 2002 ergibt sich bei einer solchen Suche (ungeachtet der Veröffentlichungssprache) eine Treffermenge von etwa 190 Titeln. Aufgrund der Option zur Schlagwort-Suche empfiehlt sich das analog auf die Datenbank zur Reihe A anwendbare Verfahren für diejenigen Nutzer, die gezielt nach bestimmten Themenbereichen recherchieren wollen und denen die oben erwähnte Suchfunktionalität nicht ausreicht. Doch auch wer sich eher auf browsendem Weg über aktuelle österreichische Neuerscheinungen orientieren will, findet in der "OeB-online" ein sehr nützliches und leicht bedienbares Hilfsmittel. [Gregor Horstkemper, 8. März 2004] |
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