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Short Title Catalogue Netherlands (STCN) |
| Nr. 31 / 2005 |
| Resümee: | Die retrospektive Bibliographie der zwischen 1540 und 1800 in den Niederlanden publizierten oder außerhalb der Niederlande in holländischer Sprache veröffentlichten Druckwerke umfasst annähernd 130.000 Titel. |
| URL: | http://picarta.pica.nl/login/FORM/REQUEST?DB=3.11&USER_KEY=7600&PASSWORD=stcn |
| Kategorie: | Fachinformationen |
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Sowohl für die Beschäftigung mit der frühneuzeitlichen Geschichte der Niederlande im Allgemeinen als auch für die Erforschung spezieller Fragestellungen der Buch-, Wissenschafts-, Literatur- und Kulturgeschichte im Besonderen stellt der "Short Title Catalogue Netherlands" ein unentbehrliches Hilfsmittel dar. Parallel zu ähnlich gelagerten Vorhaben in anderen europäischen Ländern wurde in den 1970er Jahren damit begonnen, eine retrospektive Bibliographie der niederländischen Buchproduktion des 16.-18. Jahrhunderts zu erarbeiten. Neben allen zwischen 1540 und 1800 in den Niederlanden veröffentlichten Druckwerken soll der STCN in der Endausbaustufe auch diejenigen Bücher nachweisen, die außerhalb der Niederlande in holländischer Sprache verfasst wurden. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden übrigens auch Wiegen- und Frühdrucke aus der Zeit vor 1540 erfasst und mit Kurzbeschreibungen versehen. Die an diesem Gemeinschaftsunternehmen beteiligten Institutionen sind bei der Aufarbeitung ihrer Altbestände unterschiedlich weit vorangekommen: Die "Koninklijke Bibliotheek" in Den Haag hat ihre einschlägigen Bestände bereits vollständig verzeichnet, und auch die Universitätsbibliotheken von Amsterdam, Leiden und Utrecht, die British Library und die Bibliothek der University of London haben bereits große (Teil-)Sammlungen eingebracht. Vor allem die Zeit vor 1700 ist bereits weitgehend abgedeckt. Weitere Bestände aus den Bibliotheken der Freien Universität Amsterdam, der Technischen Universität Delft und der Universität Utrecht, des Stadtarchivs Den Haag und der British Library sind zur Zeit noch in Arbeit. Ende Juli 2005 lag die Zahl der nachgewiesenen Druckwerke bei annähernd 130.000 Titeln. Auf der Startseite des STCN wird ein knapper Überblick der wichtigsten Fakten geboten. Wer mehr Kontextinformationen bekommen will, sollte das buchgeschichtliche Online-Angebot Bibliopolis oder die STCN-Informationen der Königlichen Bibliothek aufsuchen. Wer einfach nur recherchieren will, kann aber auch gleich über die Eingabezeile des Pica-OPACs Suchbegriffe eingeben. Voreingestellt ist die Autorensuche (author), doch es kann neben Titelstichworten (title words), Veröffentlichungsort (place of publication) und -jahr (year of publication) auch in zahlreichen weiteren Kategorien gesucht werden. Für buchgeschichtliche Fragestellungen sind etwa die Suchoptionen printer/publisher, typographical info oder size wichtig. Wem nicht auf Anhieb klar ist, welche Art von Informationen hier zu finden sind, sollte auf den Help-Link klicken, der in der Navigationsleiste am oberen Bildschirmrand untergebracht ist. Als erster Überblick über die Suchfunktionalitäten ist der Bereich search zu empfehlen. Der Abschnitt extensive search erläutert, auf welche Weise Boolesche Operatoren angewendet oder Trunkierungen durchgeführt werden können. Schließlich sollte auch das Kapitel special search keys zur Kenntnis genommen werden, denn hier wird aufgeschlüsselt, was unter "typographical info" zu verstehen ist, oder dass bei Formatsuchen in das Feld size z. B. einfach eine "8" für Oktavbände eingegeben werden kann. Sehr hilfreich ist auch, dass eine Indexfunktion angeboten wird. Wenn man etwa bei der Suche in der Kategorie language of publication zunächst die Zeichenfolge "latin" eingegeben hat, wird anschließend ein Index aufgeblättert, der eine Reihe von denkbaren Alternativen anbietet. Der Liste kann entnommen werden, dass man nach dem Kürzel "lat" hätte suchen können, und dass mehr als 32.000 Titel in lateinischer Sprache zu finden sind. Knapp 85.000 Werke sind in niederländischer Sprache verfasst, fast 12.000 auf Französisch, und die restlichen Sprachen liegen jeweils im dreistelligen Bereich oder darunter. Geht man aber zunächst den einfachsten Weg der Autorensuche und recherchiert nach Werken von Hugo Grotius, gelangt man zu mehr als 300 Treffern. Interessiert man sich nicht für seine völkerrechtlichen Publikationen, sondern für seine "Poemata", kann man diese aus der Gesamttrefferzahl leicht herausfiltern: Bei den Suchoperatoren wählt man statt search (and) die Option restrict, die Suchkategorie wird auf title words abgeändert, und nach Eingabe der Zeichenfolge "Poemata" in das Suchfeld wird die vorherige Treffermenge auf vier Ausgaben der Gedichtsammlung eingedampft. Schaut man sich den Eintrag der Erstausgabe von 1617 näher an, stellt man fest, dass wie im Fall des VD17 ein "Fingerprint" zur eindeutigen Identifizierung dieser Ausgabe festgehalten wird. Begrüßenswert ist die Ergänzung der bibliographischen Beschreibung durch eine einfache Verschlagwortung und durch die Angabe von Signaturen der Bibliotheken, die ein Exemplar der Ausgabe besitzen. Am Ende der Beschreibung findet sich schließlich auch ein Link zur Abbildung der Titelseite des Werks (Afbeelding). Die im JPG-Format angebotenen Datei ist über 700 KByte groß und von guter Qualität. Auch für die Ausgabe von 1639 kann das - neu gestaltete - Titelblatt betrachtet werden. Im Fall der beiden anderen Ausgaben führen die entsprechenden Links leider ins Nichts, und bei vielen anderen Titeln sind solche Links zu digitalisierten "Schlüsselseiten" noch gar nicht vorhanden. Wer seine Recherche-Ergebnisse festhalten will, kann auf den am linken Bildschirmrand untergebrachten Link save info klicken. Anschließend lassen sich das Ausgabeformat und der Zeichensatz wählen. Die Liste kann man sich entweder per E-Mail zusenden oder in speicher- bzw. druckbarer Form am Bildschirm ausgeben lassen. Der Umgang mit dem Pica-OPAC erfordert unter Umständen eine gewisse Einarbeitungszeit, aber die gute Erschließung der alten Drucke, die vielfältigen Suchoptionen sowie die komfortablen Möglichkeiten zur Eingrenzung und Weiterverarbeitung von Suchergebnissen machen den STCN zu einem ergiebigen Arbeitsinstrument. [Gregor Horstkemper, 1. August 2005] |
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