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Porträtsammlung Friedrich Nicolas Manskopf |
| Nr. 49 / 2005 |
| Resümee: | Die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main stellt eine Sammlung von gut 17.000 Porträtdarstellungen zur Musik- und Theatergeschichte als digitale Reproduktionen bereit. |
| URL: | http://manskopf.ub.uni-frankfurt.de/ |
| Kategorie: | Digitale Editionen |
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Seine Begeisterung für die schönen Künste, vor allem für Musik und Theater, ließ den Frankfurter Weinhändler Friedrich Nicolas Manskopf (1869-1928) zum Sammler bildlicher Darstellungen von Sängern und Schauspielern, Komponisten und Musikern, Tänzern und Regisseuren, aber auch von Bühnenbildern, Theateransichten und allegorischen Darstellungen seiner Lieblingskünste werden. Die bei zahlreichen Reisen im In- und Ausland zusammengetragenen Materialien bildeten den Grundstock für ein musikhistorisches Museum, das Manskopf in Frankfurt als private Einrichtung betrieb. Nach seinem Tode vermachten die Erben die auf insgesamt fast 40.000 Objekte angewachsene Sammlung der Stadt Frankfurt am Main. Die Universitätsbibliothek Frankfurt, die diese wichtigen kulturhistorischen Quellen seit 1947 in ihrer Musik- und Theaterabteilung aufbewahrt, hat knapp die Hälfte des Gesamtbestands digitalisiert und für den Online-Zugriff verfügbar gemacht. Beim größeren Teil der Digitalisate handelt es sich um Fotografien des 19. und 20. Jahrhunderts, doch gehören auch 4.900 Stück Druckgrafik zum Internet-Angebot, die teilweise der Frühen Neuzeit entstammen. Die Startseite stellt zunächst die Porträtsammlung in ihren Grundzügen vor und verweist über einen Link auf die Geschichte der Sammlung. In der am linken Bildschirmrand untergebrachten Navigationsspalte findet sich ein Hilfe-Link, der einige elementare Hinweise für die Benutzung des Angebots gibt. Will man sich zunächst einmal einen Überblick über das verfügbare Material verschaffen, können verschiedene browsende Zugänge genutzt werden. In vielen Fällen dürfte die Option abgebildete Personen den Standardweg darstellen. Gewarnt sei allerdings, wer über eine langsame Internetanbindung verfügt: Aus unerfindlichen Gründen wird nach dem Anklicken dieses Links die gesamte Liste aller auf den Digitalisate darstellten Personen abgerufen, was zu einer HTML-Datei im Umfang von 1,85 MByte führt. Eine Aufteilung dieser beachtlichen Datenmenge auf mehrere Unterdateien wäre leicht zu realisieren und würde den browsenden Zugang deutlich beschleunigen. Hat man einmal die ganze Liste heruntergeladen, werden nur für einen kleinen Teil der Namen auch die Lebensdaten angezeigt. Fährt man mit dem Mauszeiger über einen interessierenden Namen, werden jedoch auch diese Informationen eingeblendet. Wenn z. B. die für Jean François Lallouette angebotenenZusatzangaben (Violinist, Komponist, 1651-1728) Interesse wecken, gelangt man nach Anklicken des Namens zu einer bibliographischen Beschreibung des Porträts. Die verfügbaren Informationen umfassen den Titel, die Aufzählung der dargestellten Personen sowie der beteiligten Personen (hier: des Malers und des Kupferstechers), den Erscheinungsort sowie den Hinweis auf den Objekttyp des digitalisierten Bildes (hier: ein Kupferstich). Über einen Klick auf die "Signatur" gelangt man anschließend zu einer neuen Seite, auf der zusätzlich zur formalen Beschreibung des Objekts eine digitale Reproduktion des Bildes zu sehen ist. Die JPG-Datei ist im vorliegenden Fall 77 KByte groß, was wohl die Hauptelemente der Darstellung erkennen lässt, für Details aber nicht ausreicht. Über den Link Blatt lässt sich jedoch eine größere Fassung abrufen, die im PDF-Format bereitgestellt wird. Im Fall des Lallouette-Porträts ist die herunterzuladende Datei 2,4 MByte groß, die 200 dpi Auflösung gewährleisten eine gute Darstellungsqualität am Bildschirm. Die Vergrößerungsfunktion des Acrobat-Readers erlaubt nicht nur die Entzifferung des Todesdatums des dargestellten Musikers, sondern auch die Identifizierung des Druckers dieses Stiches (Odieuvre in Paris). Während das Lallouette-Porträt - wie die meisten Objekte - in Graustufen gehalten ist, finden sich auch farbige Materialien. Dass der Umfang der verfügbar gemachten PDF-Dateien in solchen Fällen noch deutlich höher liegen kann, zeigt das Beispiel der Theaterszene mit dem Titel "Komödie mit Pantalon Hanswurst": Die Datei erreicht fast 7 MByte Umfang. Neben dem Browsen in der Liste der abgebildeten Personen kann auf vergleichbare Listenfunktionen für abgebildete Ensembles, für beteiligte Personen (also die Künstler), sowie für Erscheinungsorte zurückgegriffen werden. Steuert man z. B. in der letztgenannten Liste den Eintrag "Paris: Odieuvre" an, werden fünf Treffer ausgeworfen - jedoch nicht das bereits erwähnte Lallouette-Porträt. Obwohl der Qualitätsstandard der bibliographischen Erfassung der Objekte durchgängig hoch ist, muss im Einzelfall doch mit der einen oder anderen Beschreibungslücke gerechnet werden. Neben dem browsenden Zugang wird auch eine einfache Suchoption angeboten, die vor allem für die gezielte Recherche nach bestimmten Namen geeignet ist. Eine Filtermöglichkeit zur Eingrenzung der Suche auf bestimmte Zeiträume wird leider nicht verfügbar gemacht, so dass kein gezieltes Browsen durch frühneuzeitliche Porträtwerke möglich ist. Die Suche nach Bezeichnungen wie "Kupferstecher" oder "Radierer" lässt immerhin eine Eingrenzung auf bestimmte Objekttypen zu, da auf diese Weise die Suche auf eine bestimmte Gruppe von "beteiligten Personen" fokussiert werden kann. Eine kombinierte Suche über verschiedene Felder ist nur über den OPAC der UB Frankfurt möglich. Dabei ist der Suchfilter sehr hilfreich, in dem man die gesuchten "Materialarten" auf "Online-Publikationen" und die "Erscheinungsjahre" auf "2003" einschränken kann. Letztere Angabe deutet schon darauf hin, dass man auch hier nicht nach Veröffentlichungszeitpunkten der Objekte suchen kann, sondern dass der Zeitpunkt der Digitalisierung ausschlaggebend ist. Ist man weniger am Browsen, sondern eher am gezielten Zugriff auf Porträts einzelner Persönlichkeiten interessiert, fällt der Umgang mit dem Online-Angebot leicht. Für Komponisten wie Händel, Bach oder Gluck, aber auch für weniger bekannte Musiker wie Nicolas Bernier oder Girolamo Frescobaldi, finden sich einschlägige Materialien. Neben Künstlern sind auch Herrscher wie Kaiser Franz I., König Ludwig XIII. oder Landgraf Moritz von Hessen-Kassel vertreten. Der ubiquitäre Albrecht von Haller vertritt den Gelehrtenstand, und die Tänzerin Marie Anne de Cupis Camargo kann stellvertretend für viele weitere darstellende Künstler genannt werden. Trotz einzelner Probleme beim Navigieren durch den reichhaltigen Bestand macht vor allem die hohe Qualität der bereitgestellten Bildmaterialien die Manskopf'sche Sammlung zu einem sehr nützlichen Arbeitsinstrument für alle kulturgeschichtlich Interessierten. [Gregor Horstkemper, 5. Dezember 2005] |
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