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Universiteitsbibliotheek Utrecht: Digitale bijzondere collecties |
| Nr. 40 / 2006 |
| Resümee: | Die Utrechter Universitätsbibliothek macht alte Drucke - vor allem Flugschriften des 16. Jahrhunderts - sowie orts- und landesgeschichtliche Zeitschriften als digitale Reproduktionen zugänglich. |
| URL: | http://digbijzcoll.library.uu.nl/ |
| Kategorie: | Digitale Editionen |
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Zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert galt Utrecht als das geistige und kulturelle Zentrum der nördlichen Niederlande. Die bereits in römischer Zeit gegründete Stadt wurde im 7. Jahrhundert zum Bischofssitz und beherbergte zahlreiche Klöster in ihren Mauern. Im Zuge der Reformation wurden 1580 die Buch- und Handschriftenbestände der kirchlichen Bibliotheken beschlagnahmt und in einer neuen staatlichen Bibliothek zusammengeführt, die 1584 ihre Pforten öffnete und 1636 zur Bibliothek der neu gegründeten Universität Utrecht umgewidmet wurde. Auch wenn der Großteil der Altbestände der Universitätsbibliothek aus kirchlichem Besitz stammt, handelt es sich keineswegs allein um theologische und philosophische Werke. Vielmehr finden sich auch umfangreiche Bestände historischer, geographischer, juristischer, naturwissenschaftlicher und schöngeistiger Literatur. Um diese Werke einem möglichst großen Kreis von Interessenten zugänglich zu machen, wurde ein Digitalisierungsprogramm gestartet, mit dessen Hilfe bis zum Herbst 2006 über 1.000 Titel im Internet frei zugänglich gemacht wurden. Die Benutzungsoberfläche wird erfreulicherweise in einer niederländischen und einer englischen Version angeboten. Wer sich zunächst einmal allgemein über die verschiedenen Sammlungen der Bibliothek informieren will, wird auf der Startseite der "digitalisierten Sonderbestände" leider auf kein entsprechendes Angebot verwiesen. Dies ist um so unverständlicher, als es an anderem Ort ein digitales Repertorium gibt, mit dessen Hilfe sich die Besucher einen guten Überblick über die große Zahl an Teilsammlungen und deren Charakteristika verschaffen können. Die auf der Startseite verlinkte Introductie / Introduction ist dagegen sehr knapp gehalten und erweckt den Eindruck, als seien nur Bücher in die Retrodigitalisierung einbezogen worden. Aufmerken lässt der Hinweis, dass sämtliche Werke als grafische Reproduktionen angeboten werden, dass darüberhinaus aber der größte Teil der digitalisierten Seiten mit Hilfe eines OCR-Programms als Volltext zur Verfügung steht und durchsucht werden kann. Wer sich für technische Details interessiert, kann über einen entsprechenden Link Näheres in Erfahrung bringen. Vor der Beschäftigung mit den verfügbaren Inhalten sollte man noch dem Navigationsspalten-Link Help folgen, der Hilfestellung bei der Navigation anbietet. Als Einstiegsweg empfiehlt sich der Link zur Überblicksdarstellung der digitalisierten Collecties / Collections. Zwei Sammlungen ragen durch ihren großen Umfang aus den insgesamt 15 Gruppen heraus: Zur Geschichte Utrechts finden sich 377 Einträge, während die Zahl der Flugschriften ("pamfletten") sogar bei 600 liegt. Nimmt man die erstgenannte Kategorie in Augenschein, findet man eine Sammlung von orts- und landesgeschichtlichen Zeitschriften, die überwiegend dem 20. und 21. Jahrhundert, teilweise auch dem 19. Jahrhundert entstammen. In der Zeitschriftendatenbank und der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek sind die Periodika größtenteils noch nicht nachgewiesen. Zu den wenigen Monographien in dieser Sammlung zur Utrechter Geschichte gehört die "Beschryving der stad Utrecht", die Jan Valentyn Blondeel 1757 in Utrecht veröffentlicht hat. Folgt man dem entsprechenden Link, wird zunächst das Titelblatt angezeigt. Mit Hilfe einer einfachen Blätterfunktion kann man sich vor- und zurückbewegen. Auf der Suche nach weiteren Navigations- und Informationsoptionen muss man die Navigationsspalte in den Blick nehmen, wo nun weitere Optionen zu finden sind: Der Link Over het boek / About the book führt zu einer knappen bibliographischen Beschreibung, die auch eine Liste aller verfügbaren Seiten zugänglich macht. Zum Inhaltsverzeichnis führt der Link Inhoudsopgave / Table of contents, außerdem kann man auch zum Register / Registry springen. Wer die Qualität der auf der Startseite angekündigten OCR-Texterfassung prüfen will, kann dem Link Tekst / Text folgen. Ein zwischengeschaltetes Popup-Fenster warnt bereits, dass es sich um das Ergebnis einer automatischen Texterkennung handelt. Die Qualität kann sich durchaus mit den OCR-Ergebnissen der "Google Book Search" messen - Fraktur reimt sich weiterhein auf Makulatur. Doch auch die rein grafische Reproduktion alter Drucke stellt für viele Nutzer ein höchst nützliches Angebot dar. Besonders zu empfehlen ist die Sammlung der Utrechtse pamfletten / Utrecht pamphlets, die vor allem zur Epoche des "Achtzigjährigen Krieges" (1568-1648) reichhaltiges Material enthält. Neben Veröffentlichungen in niederländischer Sprache sind auch zahlreiche deutsche, lateinische und französische Schriften in dieser Sammlung zu finden. Die Qualität der Digitalisate schwankt zwischen zufriedenstellender und guter Lesbarkeit, die im GIF-Format angebotenen Seitenreproduktionen haben einen Umfang von etwa 100 KByte, unterschiedliche Auflösungsstufen werden nicht angeboten. Wer gezielt nach bestimmten Publikationen recherchieren will, kann dem Navigationsspalten-Link Zoeken / Search folgen. Hier wird einerseits eine Volltext-Suche in den OCR-Ergebnissen offeriert, was aufgrund der erwähnten Qualitätsprobleme wenig Nutzen bringt. Hilfreicher ist die Option, nach Autoren, Titelbegriffen, Publikationsorten, Verlegern und Druckern sowie nach Publikationsjahren zu suchen, und dabei die Suche ggf. auf eine der 15 Sammlungen einzugrenzen. Die Navigation durch die digitale Bibliothek der Utrechter Universitätsbibliothek ist zwar teilweise etwas umständlich gestaltet, doch allein schon der umfangreiche Bestand an frühneuzeitlichen Flugschriften entschädigt für manche Hürde beim Zugriff auf die bereitgestellten Materialien. [Gregor Horstkemper, 3. Oktober 2006] |
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