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@rchives monétaires.org |
| Nr. 41 / 2006 |
| Resümee: | Ein gemeinnütziger Verein stellt umfangreiche Informationen über die französische Geld- und Finanzgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit im Internet bereit. |
| URL: | http://www.archivesmonetaires.org/ |
| Kategorie: | Themenangebote |
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Der Geld- und Finanzgeschichte sowie der Numismatik widmet sich ein Verein, der bereits in seinem Namen zum Ausdruck bringt, dass das Internet als wichtigstes Medium zur Umsetzung der Vereinsziele betrachtet wird: @rchives monétaires.org. Das Hauptziel des gemeinnützigen Vereins besteht in der Veröffentlichung von archivalischen und gedruckten Materialien zu geld- und finanzgeschichtlichen Themen. Im Mittelpunkt steht dabei das Ancien Régime des Mittelalters und der Frühen Neuzeit - "de Hugues Capet à Louis XVI". Angaben zur Zusammensetzung des Vereins finden sich auf der Homepage nicht, denn außer den Statuten werden keine näheren Informationen bereitgestellt. Eine zentrale Rolle spielt auf jeden Fall das Unternehmen "Compagnie Generale de Bourse" (CGB), das mit historischem Münz- und Papiergeld handelt. Auf den Webseiten von @rchives monétaires.org finden sich jedoch keine kommerziellen Angebote, sondern ausschließlich kostenfrei zugängliche Informationen zu unterschiedlichen geldgeschichtlichen Themenfeldern. Auf der sehr kargen Startseite findet sich ein übersichtlich gestaltetes Navigationsmenü mit wenigen Unterpunkten. Der Link Association führt zur Dokumentation der Statuts des Vereins, wobei einige zusätzliche Angaben zur Mitgliedschaft wünschenswert wären. Ein Kernbestandteil des Webangebots ist im Unterpunkt Ateliers monétaires enthalten. Zwar finden sich bislang nur Materialien zur Geschichte der Münzstätte Rennes, doch fällt die Dokumentation zu den Münzprägungen zwischen 1491 und 1772 sehr detailliert aus. Folgt man dem Link Productions, gelangt man zu einer chronologischen Übersicht, die nach Jahrzehnten gegliedert ist. Wählt man anschließend die Zeitspanne 1560-1569, wird eine Liste der Münzen ausgeworfen, die in den Regierungsjahren von François II. und Charles IX. in Rennes geprägt wurden. Zu ausgewählten Münzen wird eine Abbildung angeboten, die nach Anklicken des Kamerasymbols angezeigt wird. Wer sich beispielsweise den "Écu d'or au soleil" aus dem Jahr 1568 anschauen will, bekommt eine JPG-Datei von ca. 27 KByte Umfang angezeigt. Zwar wird keine Zoom-Option angeboten, aber für die meisten Besucher dürfte die Abbildungsqualität ausreichen. Ein weiterer wichtiger Unterbereich ist über den Startseiten-Link Inventaires erreichbar. Die Besucher haben hier die Wahl zwischen Bestandsverzeichnissen der Archives nationales, der Bibliothèque nationale und der Monnaie de Paris (also der Pariser Münzstätte). Für die genannten Institutionen werden jeweils wichtige geldgeschichtliche Aktenbestände nachgewiesen, wobei die Erschließungstiefe unterschiedlich ausfällt. Im Fall der Bibliothèque nationale werden die Bestände der "Archives du Cabinet des médailles" aus der Zeit zwischen 1664 und 1886 sehr detailliert erfasst, während für den einschlägigen Bestand "Z1B. Cour des Monnaies de Paris" der Archives nationales nur summarische Beschreibungen der Aktenkonvolute vorliegen. Gegenüber dem von den Archives nationales selbst angebotenen Repertorium (PDF) fallen die Angaben teilweise ausführlicher aus, während die PDF-Datei mit einer hilfreichen Einführung aufwartet. Zu zwei Aktenserien der Monnaie de Paris finden sich meist summarische Informationen, während für einige wenige Faszikel auch detaillierte Verzeichnisse der einzelnen Aktenstücke verfügbar gemacht werden. Im Bereich Resources schließlich finden sich die umfangreichsten Bestandteile dieses Webangebots. In der Bibliothèque numérique werden mehr als fünfzig alte Drucke aufgeführt, von denen der kleinere Teil via Gallica, der größere Teil über den Server von @rchives monétaires.org zugänglich gemacht wird. Steuert man z. B. die von Claude Bouteroue 1666 in Paris veröffentlichten "Recherches curieuses des monoyes de France, depuis le commencement de la monarchie" an, wird zunächst ein Inhaltsverzeichnis angezeigt. Die einzelnen Kapitel können dann jeweils als PDF-Dateien mit grafischen Reproduktionen der Buchseiten heruntergeladen werden. Die Reproduktionsqualität kann im vorliegenden Fall als noch gut eingestuft werden, da sowohl Text als auch Randglossen keine Leseprobleme bereiten. Andere Werke werden dagegen nur in einer mäßigen Qualität bereitgestellt. Neben frühneuzeitlichen Drucken finden sich auch einige numismatische Nachschlagewerke des 19. Jahrhunderts. Ein weiteres nützliches Teilangebot findet sich schließlich unter dem Titel Ordonnances monétaires, das unter einem eigenem Domain-Namen zugänglich gemacht wird (http://www.ordonnances.org/). Hier werden mehr als 13.000 Erlasse und andere obrigkeitliche Dokumente mit geldgeschichtlichem Bezug nachgewiesen. Die zeitliche Bandbreite reicht vom Hochmittelalter bis zum Ende der Frühen Neuzeit. Über ein Dropdown-Menü kann die Regierungszeit eines Monarchen ausgewählt werden, um sich die in den jeweiligen Zeitraum fallenden Dokumente auflisten zu lassen. Wählt man etwa Henri IV. (1589-1610) aus, werden für jedes Jahr seiner Regierungszeit die überlieferten Quellen aufgeführt. Soweit bekannt wird auf archivalische Fundstellen und Editionen der jeweiligen Texte verwiesen. In einigen Fällen finden sich auch Links zu PDF-Reproduktionen der aufgeführten Dokumente, etwa im Fall der 1601 in Paris gedruckten "Ordonnance du roy sur le faict et règlement de ses monnoyes". Wer sich für die französische Geld- und Finanzgeschichte der Frühen Neuzeit interessiert, dem bietet der Verein @rchives monétaires.org nützliche Hilfsmittel für die vertiefte Beschäftigung mit dieser speziellen Materie. [Gregor Horstkemper, 10. Oktober 2006] |
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