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OPAL Niedersachsen - Das Online-Portal digitalisierter Kulturgüter Niedersachsens |
| Nr. 42 / 2006 |
| Resümee: | Niedersächsische Kulturinstitutionen bauen ein übergreifendes Rechercheportal zur Erschließung digitaler Reproduktionen von Kulturgütern auf. |
| URL: | http://www.opal-niedersachsen.de/ |
| Kategorie: | Fachinformationen |
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Das Sammeln und Bewahren von Kulturgütern ist die wichtigste Aufgabe von Gedächtnisinstitutionen wie Bibliotheken, Archiven und Museen. Diese Einrichtungen sind jeweils auf unterschiedliche Arten von Sammlungsgut spezialisiert, so dass die ganze Bandbreite der kulturellen Überlieferung eines bestimmten Raums erst in der Gesamtschau der in den verschiedenen Institutionen vorhandenen Bestände sichtbar wird. Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, institutionsübergreifende Informationsangebote zur möglichst umfassenden Dokumentation des überlieferten Kulturguts aufzubauen. Während die Erarbeitung von Kulturgut-Datenbanken in anderen europäischen Ländern eher auf nationaler Ebene organisiert wird - beispielsweise in Frankreich vom Ministère de la Culture -, wird diese Aufgabe im föderalen Deutschland auf Länderebene angegangen. Unter Federführung der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen hat sich eine Reihe niedersächsischer Kulturinstitutionen zusammengefunden, um die in den verschiedenen Einrichtungen vorhandenen dgitalen Reproduktionen wichtiger Kulturgüter über ein gemeinsames Portal recherchierbar zu machen. Gefördert wird dieses Vorhaben durch die Niedersachsenstiftung. Die Startseite bietet bereits eine kurze Einführung in die Ziele von OPAL Niedersachsen, zu umfangreicheren Erläuterungen führt der Navigationsspalten-Link Über OPAL. Unter anderem wird hier darauf verwiesen, dass die an verschiedenen Orten mit großem Aufwand digitalisierten Materialien bislang teilweise nur schwer zu finden sind und daher das Entstehen von "Medienfriedhöfen" droht. Das neue Portal soll die vorhandenen Ressourcen bündeln, die nach unterschiedlichen Standards erfassten Objekte in eine übergreifende Suchmaschine integrieren und auf diese Weise die Materialien leichter auffindbar und nutzbar machen. Darüber hinaus wird angestrebt, ein Service- und Kompetenznetzwerk für das niedersächsische Kulturerbe aufzubauen. Ein Klick auf den Navigationsspalten-Link Partner führt zu einer Liste der beteiligten Museen und Bibliotheken. Archive finden sich unter dem guten Dutzend Institutionen nicht. Kompaktes Informationsmaterial im PDF-Format kann über den Link Medien/PR abgerufen werden. Wer sich über die im Portal recherchierbaren Inhalte zunächst auf stöberndem Weg orientieren will, kann dem Navigationsspalten-Link Browse folgen. Als erste Option werden Links zu den verschiedenen Sammlungen der beteiligten Institutionen angeboten. Neben kunstgeschichtlichen Angeboten wie Dürers Dinge - Druckgraphik aus der Universität Göttingen oder der Zeichnungssammlung der Kunstsammlung der Universität Göttingen - finden sich buchgeschichtliche Ressourcen (Kinderbuchsammlung der Universitätsbibliothek Braunschweig), Gegenstände der Alltagskultur (Volkskundliche Objekte des Museumsdorfs Cloppenburg) oder kartographische Materialien (Niedersächsische Karten aus der SUB Göttingen). Die Zahl der in den einzelnen Kollektionen enthaltenen Objekte liegt meist im drei- oder vierstelligen Bereich. Am Beispiel der Sammlung Weltbild - Kartenbild - historische Karten aus der SUB Göttingen mit ihren gut hundert Objekten lassen sich die Navigationsoptionen bei der Materialpräsentation erläutern. Die Sammlungsbestandteile werden nicht in einer schnell überschaubaren Gesamtliste aufgeführt, sondern mit Hilfe eines umständlichen alphabetischen Gliederungssystems erschlossen. Zu den einzelnen Objekten werden Thumbnails sowie kurze Titelangaben angezeigt. Interessiert man sich z. B. für Jan van Doetichums 1589 in Amsterdam veröffentlichte "Zee-Caerte van Portugal", kann man den entsprechenden Eintrag anklicken und gelangt dann zu einer ausführlicheren Beschreibung sowie einer Zoom-Option zur Betrachtung von Abbildunngsdetails. Die weit verbreitete Zoomify-Software ermöglicht ein komfortables Vergrößern, so dass sowohl Bilddetails als auch die über die Abbildung verstreuten Beschriftungen gut erkennbar sind. Wenn man sich beim Durchblättern des verfügbaren Kartenmaterials für einzelne Objekte näher interessiert, kann man sie über den Button Auf den Leuchttisch für die Dauer einer Browsersession in einer persönlichen Liste sammeln. Erfreulicherweise wird bei vielen Objekten neben der Zoomify-Option auch die Möglichkeit zum download der Reproduktionen angeboten. Im Fall der Portugal-Karte kann man z. B. eine JPG-Datei von 2,2 MByte abspeichern. Neben dem stöbernden Zugang wird auch eine Suchfunktion angeboten, deren einfache Variante bereits direkt auf der Startseite offeriert wird. Eine Expertensuche ermöglicht sowohl die Suche nach Autoren- oder Künstlername sowie nach Werktiteln als auch die gezielte Recherche in den Kommentaren und Objektbeschreibungen. Noch von beschränktem Nutzwert ist der Rückgriff auf "Google Maps" für die Visualisierung der Standorte der beteiligten Institutionen (erreichbar über den Link Niedersachsenkarte). Der Navigationsspalten-Link E-Tours schließlich listet einige Internet-Präsentationen auf, für die ein Teil der hier präsentierten Materialien digitalisiert worden ist. Steuert man z. B. das Webangebot Weltbild - Kartenbild - Geographie und Kartographie der Frühen Neuzeit an, kann man einen Vergleich zwischen der Präsentation der Materialien in OPAL und im Ursprungsangebot anstellen. Zwar lässt sich auch in der 2002 publizierten virtuellen Ausstellung eine hoch aufgelöste Fassung der Portugal-Karte herunterladen, doch eine Zoom-Option wird hier nicht angeboten. Außerdem wird keine Suchfunktion bereitgestellt, so dass kein gezielter Zugriff auf bestimmte Objekte möglich ist. Der OPAL-Beschreibungstext der Portugal-Karte ist direkt der virtuellen Ausstellung entnommen, die OPAL-Metadaten sind dagegen ausführlicher als die entsprechenden Informationen in der Ursprungspräsentation. Das Kulturgüter-Portal verbessert also die Recherchemöglichkeiten bei der Suche nach digitalisierten Objekten des kulturellen Erbes Niedersachsens und nutzt zugleich moderne Präsentationsoptionen. [Gregor Horstkemper, 17. Oktober 2006] |
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