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TheGlasgowStory |
| Nr. 43 / 2006 |
| Resümee: | Die Geschichte der größten Stadt Schottlands von ihren Anfängen bis ins 20. Jahrhundert ist Gegenstand einer von ausgewiesenen Experten verfassten und mit Quellenmaterial angereicherten Online-Präsentation. |
| URL: | http://www.theglasgowstory.co.uk/ |
| Kategorie: | Themenangebote |
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Die Entwicklung des schottischen Städtelandschaft war seit dem Spätmittelalter geprägt vom Wettbewerb zwischen Edinburgh und Glasgow um die Position der wichtigsten Stadt des Landes. Edinburgh wurde 1437 zur schottischen Hauptstadt, Glasgow dagegen konnte seit 1451 mit einer Universität aufwarten und 1492 die Aufwertung vom Bischofs- zum Erzbischofssitz verbuchen. Aufgrund seiner Lage am Atlantik profitierte Glasgow im Laufe der Frühen Neuzeit vom interkontinentalen Verkehr und Handel. Die Industrialisierung des 19. und 20. Jahrhunderts machte die Stadt schließlich zur "Second City of the Empire" hinter London. Der gesamten Geschichte Glasgows haben mehrere Institutionen und Organisationen ein Webangebot gewidmet, das von zahlreichen ausgewiesenen Historikerinnen und Historiker erarbeitet und 2004 publiziert wurde. Die Projektleitung lag in den Händen des Historikers Michael Moss und des Informatikers Arthur Allison, während im Beirat mit Hamish Fraser und Irene Maver zwei Herausgeber der 1995/96 im Druck erschienenen Stadtgeschichte Glasgows vertreten waren. Zu den organisatorischen Hintergründen des Online-Projekts werden den Besuchern weder auf der Startseite noch an anderer Stelle ausführliche Informationen gegeben. Über eine am rechten Bildschirmrand zu findende Navigationsspalte lassen sich immerhin die Namen einiger beteiligter Institutionen sowie der Autoren in Erfahrung bringen. Letztere sind über den Link contributors erreichbar, während der Link contact us zu einigen Adressen partizipierender Museen, Archiven und Bibliotheken führt. Die site credits schließlich enthalten weitere Namen der am Projekt beteiligten Personen. Die primäre Zielgruppe des Webangebots wird nicht eigens benannt, doch eignen sich die verfügbar gemachten Texte und Materialien sowohl für Studierende als auch für die historisch interessierte Öffentlichkeit. Die ín den Texten vermittelten Informationen sind jeweils von Fachleuten zusammengestellt, gleiten jedoch nicht ins allzu Spezialistische ab. Um die vertiefte Beschäftigung mit bestimmten Themen zu erleichtern, finden sich am Ende der Texte jeweils Hinweise für weitere Lektüremöglichkeiten. Als Einstieg kann die in sechs Epochen eingeteilte chronologische Browsing-Option empfohlen werden, die sich im oberen Bildbereich findet. Der Link Rising Burgh führt z. B. zum Zeitabschnitt "1560 to 1770s". Ein Überblicksessay von etwa 10.000 Zeichen Umfang dient der Einführung in diesen Zeitabschnitt, während ein Navigationsmenü am linken Bildschirmrand verschiedene Themenfelder anzeigt. Besondere Aufmerksamkeit erfahren Aspekte der Alltags- und Kulturgeschichte (Everyday Life, Culture & Leisure und Learning & Beliefs), aber auch die Wirtschafts- und Technikgeschichte (mit Trade & Communications und Industry & Technology) ist prominent vertreten. Außerdem finden sich auch solche Abschnitte, die direkt auf die lokalen Gegebenheiten Bezug nehmen (etwa Buildings & Cityscape oder Personalities). Wählt man den Bereich Learning & Belief, findet man rund zehn Unterkapitel, wie das bei den anderen allgemeinen Bereichen auch der Fall ist. Einige dieser Kapitel sind besonderen Ereignissen gewidmet - etwa der "Glorious Revolution" von 1688 oder dem "Act of Union" von 1707 -, andere dagegen behandeln Themen, die von epochenübergreifender Bedeutung waren, z. B. Schulen und Universitäten oder die Reformation. Der letztgenannte Artikel kann als Beispiel für die Verknüpfung von Text- und Bildmaterial dienen. In den Text sind mehrere Abbildungen eingestreut, darunter ein Porträt des Theologen Andrew Melville (1545-1622), der ab 1606 für fünf Jahre im Tower inhaftiert war. Will man eine vergrößerte Version des Porträts betrachten, hilft der Link View Larger Image weiter. Hier wie in den meisten anderen Fällen sorgt die rechte hohe Auflösung der Digitalisate für eine zufriedenstellende bis gute Reproduktionsqualität. Der Reformationsartikel macht eine navigatorische Besonderheit des Webangebots nachvollziehbar: Die Besucher können einerseits Informationen zu unterschiedlichen Themenbereichen einer bestimmten Epoche aufnehmen, andererseits aber auch diachrone Navigationsoptionen nutzen. Beim Reformationsartikel, aber auch bei den Artikeln zu Schul- und Universitätsthemen finden sich jeweils Links zur Previous Period (den "Beginnings") wie zur Next Period (der "Industrial Revolution). Auf diese Weise kann gezielt ein themenbezogener Durchlauf durch die gesamte behandelte Zeitspanne unternommen werden. Neben der Browsing-Option wird auch eine Suchmaschine angeboten, die in ihrer Ausprägung als Advanced Search ermöglicht, das vorhandene Bildmaterial nach Epochen getrennt abzurufen. Für die Zeit vor 1830 sind gut 1.100 Abbildungen zu finden, während der Löwenanteil des Gesamtangebots mit fast 9.500 Abbildungen der Epoche zwischen 1830 und 1914 entstammt. Bis Ende 2005 wurde parallel zu TheGlasgowStory das Schwesterprojekt OurGlasgowStory betrieben, das allen Interessierten die Möglichkeit anbot, eigene Beiträge zu leisten. Wie TheGlasgowStory selbst wird auch dieses Projekt wegen fehlender Gelder zur Zeit nicht weiterentwickelt. Trotz dieses Moratoriums stellen beide Webangebote jedoch auch in der gegenwärtigen Form eine sehr nützliche Ressource für Interessenten der britischen Geschichte sowie der Stadtgeschichte dar. [Gregor Horstkemper, 24. Oktober 2006] |
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