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Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung |
| Nr. 48 / 2006 |
| Resümee: | Das an der Universität Halle-Wittenberg angesiedelte Forschungszentrum stellt seine Publikationen und Projekte vor und macht dabei aktuelle Aufsätze in elektronischen Fassungen zugänglich. |
| URL: | http://www.izea.uni-halle.de/ |
| Kategorie: | Forschungseinrichtungen |
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Im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts war das 1680 um seinen Residenzstatus gebrachte und zu Kurbrandenburg geschlagene Halle an der Saale Schauplatz zweier Ereignisse, die nicht nur den Abstieg der Stadt in die provinzielle Bedeutungslosigkeit verhinderten, sondern dem Namen Halle europaweite Ausstrahlung verliehen. 1694 wurde die Universität Halle eröffnet, an der mit Christian Thomasius und Christian Wolff zwei Erzväter der deutschen Frühaufklärung wirkten, und nur vier Jahre später gründete August Hermann Francke die nach ihm benannten Stiftungen, die sich im 17. Jahrhundert zu einem Zentrum des deutschen Pietismus entwickelten. Angesichts der großen Bedeutung der Universität Halle für die deutsche Aufklärung wurde im Frühjahr 1990 der Aufbau einer internationalen Forschungseinrichtung zur europäischen Aufklärung in Angriff genommen. Diese Bemühungen resultierten 1993 in der Konstituierung des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA), das als zentrale wissenschaftliche Einrichtung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angesiedelt ist. Die Erforschung des 18. Jahrhunderts soll dabei durch interdisziplinär ausgerichtete und internationale Vergleiche anstellende Projekte vorangetrieben werden. Neben dem Austausch mit wissenschaftlichen Einrichtungen des In- und Auslands gehört auch die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zum Aufgabenspektrum des IZEA. Seit 1998 hat das Zentrum seinen Sitz in einem ehemaligen Schulbau der Franckeschen Stiftungen, der zugleich eine Schwerpunktbibliothek zur europäischen Aufklärung beherbergt. Über seine Geschichte und Zielsetzungen schweigt sich das IZEA auf seinen Webseiten weitgehend aus, doch kann man sich über Direktorium und Beirat sowie Geschäftsführung und Mitarbeiter informieren. Über den Navigationsspalten-Link Veranstaltungen können Informationen über das reichhaltige Vortrags- und Tagungsprogramm des Zentrums abgerufen werden. Nützlich ist auch die Rubrik Publikationen, in der sämtliche Bände der seit 1995 erscheinenden "Halleschen Beiträge zur Europäischen Aufklärung" mit Kurzcharakterisierungen aufgelistet sind. Für junge Forscherinnen und Forscher dürfte auch der Menüpunkt Stipendien von Interesse sein. In einer eigenen Rubrik wird die "Dessau-Wörlitz-Kommission" vorgestellt, die sich 1967 der Erforschung und Pflege des Dessau-Wörlitzer Kulturkreises widmet und seit dem Jahr 2000 am IZEA angesiedelt ist. Einen Überblick zu gegenwärtig am Zentrum betriebenen Forschungsaktivitäten gewinnt man im Bereich Projekte, in dem u. a. die Arbeit an einem "Handbuch der Europäischen Aufklärung" und an einem Projekt über die "Begründung der Länder- und Völkerkunde an der Universität Halle" skizziert wird. Zu einem Kernangebot dieses Online-Angebots führt der Navigationsspalten-Link DFG-Forschergruppe. In einem leicht abgewandelten Webdesign präsentiert sich die DFG-Forschergruppe 529, die sich der "Aufklärung im Bezugsfeld neuzeitlicher Esoterik" widmet. Die fünf Teilprojekte werden jeweils kurz vorgestellt, wobei den üblichen Verdächtigen Emanuel Swedenborg und Johann Georg Hamann mit je einem eigenen Teilvorhaben die verdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Dokumentiert werden u. a. die Tagungsteilnahmen und Vorträge der einzelnen Projektmitarbeiter. Besonders lohnend ist der Abschnitt Materialien. Wer hier den Unterbereich Aufsätze aufsucht, findet hier nicht nur Links auf Publikationen in den zeitenblicken, sondern auch PDF-Versionen von Aufsätzen aus Zeitschriften und Sammelbänden. Die Forschergruppe begnügt sich jedoch nicht mit der Bereitstellung elektronischer Fassungen von aktuellen Print-Veröffentlichungen - im Open-Access-Vokabular als self-archiving bezeichnet -, sondern macht auch bislang unpublizierte Manuskripte (Preprints) zugänglich. Einen ersten Ansatz zur Bereitstellung retrodigitalisierter bzw. im Volltext edierter Materialien findet man im Unterbereich Quellen. Schließlich sei noch auf die in Listenform bereitgestellte "Bibliographie der Hamannforschung" sowie auf die Verlinkung einiger Rezensionen verwiesen - letztere wurden meist in den sehepunkten veröffentlicht. Während die Hauptseiten der IZEA-Webpräsentation den Rahmen der üblichen Standardinformationen zu Publikationsaktivitäten oder Mitarbeiterschaft nicht überschreitet und einige weiße Flecken bezüglich der Geschichte und wissenschaftlichen Programmatik des Zentrums aufweisen, kann das Informationsangebot zur "Aufklärung im Bezugsfeld neuzeitlicher Esoterik" anderen Forschungsprojekten als Anregung empfohlen werden. Die Forschergruppe zeigt, dass der Schritt zur Aufbereitung von Quellenmaterial für Zwecke der Forschung und Lehre, vor allem aber auch der Schritt zur Bereitstellung aktueller Forschungspublikationen in Form von digitalen Fassungen gedruckter Veröffentlichungen für die einzelnen Forscherinnen und Forscher nur ein relativ unaufwendiger Schritt ist. Wenn Viele diesem Vorbild folgen, kann aus solch kleinen Anfängen allerdings ein großer Schritt für die Wissenschaft werden. [Gregor Horstkemper, 27. November 2006] |
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