historicum.net
Direktlink für Screenreader:Themen-Navigation|Text
|
Comitatus: A Journal of Medieval and Renaissance Studies |
| Nr. 50 / 2006 |
| Resümee: | Die älteren Jahrgänge der seit 1970 jährlich erscheinenden Zeitschrift werden vom "Center for Medieval and Renaissance Studies" (CMRS) in Los Angeles frei im Internet bereitgestellt. |
| URL: | http://repositories.cdlib.org/cmrs/comitatus/ |
| Kategorie: | Digitale Editionen |
|
Im "Center for Medieval and Renaissance Studies" (CMRS) der University of California in Los Angeles (UCLA) wird seit Anfang der 1960er Jahre eine große Bandbreite von Forschungsthemen aus der Zeit zwischen der Spätantike und dem 17. Jahrhundert bearbeitet. Das interdisziplinär angelegte Zentrum widmet sich kultur-, sozial-, religions- und politikgeschichtlichen Fragestellungen und hat sich unter anderem durch eine rege Publikationstätigkeit eine hohe Reputation erworben. Neben der bekanntesten Zeitschrift, dem "Viator", wird der seit 1970 einmal pro Jahr erscheinende "Comitatus" als Forum junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herausgegeben. Mit seinen inzwischen 37 Jahrgängen zählt der "Comitatus" nicht nur zu den ältesten, sondern auch zu den beständigsten "graduate journals" überhaupt. Die ersten drei Jahrgänge wurden noch vom "English Medieval Club" bzw. der "Medieval Guild" an der UCLA verantwortet, so dass die Zeitschrift in diesen Jahren nur mediävistische Beiträge enthielt. In der Folgezeit blieben Beiträge zu mittelalterlichen Themen zwar in der Überzahl, doch stieg die Zahl der Beiträge zur Frühen Neuzeit allmählich an. In den Jahrgängen um das Jahr 2000 zählte im Durchschnitt gut ein Drittel der Beiträge zum Bereich der "Renaissance Studies". Mit Ausnahme der jeweils fünf aktuellsten Jahrgänge wird "Comitatus" im Rahmen der eScholarship-Initiative der University of California in einer elektronischen Fassung frei zugänglich gemacht. Die Startseite stellt den Inhalt des jeweils neuesten digital verfügbaren Jahrgangs in den Vordergrund – im Jahr 2006 also den 2001 erschienenen Band 32. Einige Navigationsspalten-Links führen zu Hintergrundinformationen, die jedoch durchweg recht kurz gehalten sind: Im Bereich About us findet sich eine knappe Charakterisierung der Zeitschrift, im Abschnitt Aims and scope werden die interdisziplinäre und transkulturelle Ausrichtung betont, und über das Editorial board ist zu erfahren, dass es jährlich wechselt und jeweils von "graduate students" der UCLA gebildet wird. Die Zeitschrift dient also einerseits als Publikationsmedium für junge Forscherinnen und Forscher, und andererseits als Trainingsfeld für angehende Herausgeberinnen und Herausgeber. Für die Kontinuität sorgt der geschäftsführende Herausgeber Dr. Blair Sullivan, der u. a. den "Viator" mitverantwortet. Der Jahrgang 2001 stellt ein gutes Beispiel für die Vielseitigkeit der Beiträge dar. Fragen der Literatur-, Musik- und Geschlechtergeschichte spricht der Philologe Marcus Cheng Chye Tan in seinem Beitrag "'Here I am ... Yet Cannot Hold this Visible Shape'. The Music of Gender in Shakespeare's Twelfth Night" an, während Vanessa Walker-Oakes einen kunsthistorischen Aufsatz mit dem Titel "Representing the Perfect Prince: Pontormo's Alessandro de' Medici" beisteuert. Der Sozial- und Kulturgeschichte der Kleidung im elisabethanischen England ist schließlich Roze Hentschells Studie "Clothworkers and Social Protest: The Case of Thomas Deloney" gewidmet. Die Aufsatztexte werden jeweils im PDF-Format bereitgestellt, wobei sich die Dateigröße in einem überschaubaren Rahmen hält. Zu den beiden zuerst genannten Aufsätzen gehören jeweils einige Abbildungen, die separat als JPG-Dateien heruntergeladen werden können. Die Größe der JPG-Dateien liegt im zweistelligen Kbyte-Bereich, was zu einer eher mäßigen Qualität führt. Ein Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, dass die parallele Benutzung von PDF- und JPG-Dateien doch etwas umständlich ist. Neben Aufsätzen enthalten die neueren Jahrgänge eine beachtliche Zahl an Rezensionen, die ebenfalls im PDF-Format abgerufen werden können. Über den Navigationsspaltenlink All volumes lassen sich bestimmte Jahrgänge gezielt ansteuern. Als Beispiele für frühe Aufsätze von heute renommierten Historikern können der 1973 von Bruce T. Moran publizierte Beitrag über "The Universe of Philip Melanchthon: Criticism and Use of the Copernican Theory" oder Charles H. Parkers 1989 veröffentlichte Studie mit dem Titel "Bourges to Geneva: Methodological Links Between Legal Humanists and Calvinist Reformers" genannt werden. Neben der Browsing-Option wird eine einfache Suchmöglichkeit über den Volltext der Aufsätze und Rezensionen angeboten, die um eine Advanced Search ergänzt wird. Die Ergebnisliste der Volltextsuche enthält allerdings jeweils nur die bibliographischen Angaben des Beitrags, in dem der Treffer verzeichnet wurde. Anschließend muss man die PDF-Datei öffnen und noch einmal im Dokument selbst suchen, um die relevanten Passagen angezeigt zu bekommen. Auch wenn es sich beim "Comitatus" nicht um das Flaggschiff unter den CMRS-Publikationen handelt, ist die freie Zugänglichkeit der älteren Jahrgänge eine begrüßenswerte Bereicherung des Angebots an Open-Access-Zeitschriften. [Gregor Horstkemper, 19. Dezember 2006] |
|
|
|
|
|



