Dreißigjähriger Krieg - Zeitleiste

Diese Zeitleiste soll einen Überblick über den Ablauf der Ereignisse während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges bieten. Sie beschränkt sich auf die Darstellung der Ereignisse im Deutschen Reich, trotz der europäischen Dimension des Kriegsgeschehens: man denke etwa an den Niederländischen Freiheitskrieg (Niederlande-Spanien), den Mantuanischen Erbfolgekrieg (Frankreich-Spanien), die Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft im Ostseeraum (Polen-Rußland-Schweden-Dänemark) oder den ständigen Kampf Frankreichs gegen die Vorherrschaft Habsburgs, zunächst durch finanzielle Unterstützung der jeweiligen Gegner Habsburgs, dann mittels aktiver Beteiligung Frankreichs am Kriegsgeschehen im Reich ("Französisch-Schwedischer Krieg").

Die Datumsangaben der Zeitleiste richten sich nach dem "Neuen Stil" , also der von Papst Gregor XIII. 1582 in den katholischen Gebieten eingeführten Kalenderreform (Gregorianischer Kalender). Es dauerte bis 1700, bis alle protestantischen Gebiete ebenfalls zu dieser Zählung übergingen. Dadurch variieren Datumsangaben in zeitgenössischen Quellen um 10 Tage, die der Gregorianische dem alten Julianischen Kalender voraus war.

In grau hinterlegten Kästen finden sich Zusatzinformationen zur Wirtschafts- und Alltagsgeschichte des Reiches.

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Vorbedingungen:

25.09.1555: Augsburger Religionsfriede
1608: Auflösung des Reichstags und des Reichskammergerichts (wichtige Organe des Ausgleichs und zur Konfliktbewältigung im Reich)
12.05.1608: Gründung der Union (protestantisch)
14.05.1621: Auflösung der Union
10.07.1609: Gründung der Liga (katholisch)
April 1617: Auflösung der Liga
Januar 1619: erneuter Zusammenschluß
09.07.1609: Majestätsbrief: Rudolph von Habsburg (1576-1612) sichert den böhmischen Ständen umfassende Privilegien zu, die auch sein Nachfolger Matthias (1612-1619) bestätigen muß

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1618-1623:

Böhmisch-pfälzischer Krieg

23.05.1618: Prager Fenstersturz (Aufstand der böhmischen Stände)
September 1618: Graf Mansfeld, Söldnerführer im Dienst der böhmischen Stände, erobert das katholische kaisertreue Pilsen
=> böhmische Stände gewinnen an Prestige und erfahren großen Zulauf
20.03.1619: Tod von Matthias, sein Nachfolger: Ferdinand von Steiermark (Ferdinand II. 1619-1637)
August 1619: Stände Böhmens setzen Ferdinand II. ab, wählen Friedrich V. von der Pfalz zum böhmischen König ("Winterkönig")
28.08.1619: Ferdinand II. wird von den Kurfürsten zum deutschen Kaiser gewählt
08.10.1619: Kaiser Ferdinand II. schließt im ,Münchner Vertrag' ein Bündnis mit Spanien und Bayern (Liga), garantiert dem Bayernherzog Entschädigung für seine Aufwendungen
03.11.1620: Schlacht am Weißen Berg (vor Prag)
=> Sieg der katholischen Liga unter Graf Tilly über das böhmisch-pfälzische Heer
=> Friedrich von der Pfalz flieht in die Vereinigten Niederlande wird am
=> 21.01.1621 geächtet
=> die Pfalz wird von spanischen Truppen besetzt
Oktober 1621: Bayern besetzt mit einem Heer unter Tilly die protestantische Oberpfalz (Herrschaftsgebiet Friedrich V.) als Pfand für seine Kriegsausgaben
6.5.1622: Schlacht bei Wimpfen
=> Sieg der katholischen Liga unter Tilly über den protestantischen Markgraf Georg Friedrich von Baden
20.6.1622: Schlacht bei Höchst => Sieg der katholischen Liga unter Tilly über Christian von Braunschweig, den Administrator des säkularisierten Bistums Halberstadt ("toller Halberstädter")
19.09.1622: Tilly erobert Heidelberg (Mittelpunkt des deutschen Protestantismus)
25.02.1623: Übertragung der Pfälzer Kurwürde und der Oberpfalz an Maximilian von Bayern auf Lebenszeit (auf Basis des Münchner Vertrags)
1620-1623: Kipper- und Wipperzeit
=> Inflation und Wirtschaftskrise durch systematisch betriebene Münzverschlechterung
Januar 1624: das Heer Mansfelds löst sich auf (Geldmangel)

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1625-1629:

Niedersächsisch-Dänischer Krieg

April 1625: Christian IV. von Dänemark wird als Herzog von Holstein zum Kreisoberst von Niedersachsen gewählt
=> erhält dadurch Legitimation ins Kriegsgeschehen im Reich einzugreifen
Juli 1625: Albrecht von Wallenstein stellt sich mit seinem Heer in kaiserliche Dienste
=> neben dem Ligaheer existiert nun auch ein kaiserliches Heer
Mai 1626: Oberösterreichischer Bauernkrieg
=> Aufstand gegen die bayerische Besatzung und Unterdrückung der Bevölkerung
=> wird von bayerischen Truppen unter Pappenheim niedergeschlagen
Frühjahr 1626: Schlacht an der Dessauer Brücke:
=> Wallenstein besiegt Mansfeld, verfolgt ihn bis Ungarn
=> v.a. dieser Sieg begründet den Ruhm Wallensteins
27.08.1626: Schlacht bei Lutter am Barenberge
=> Sieg des Ligaheeres unter Tilly mit Hilfe von Teilen des Wallenstein`schen Heeres über die Protestanten unter Christian IV.
=> Wallenstein und Tilly dringen nach Norden vor
Februar 1627: Wallenstein erobert mit der kaiserlichen Armee Mecklenburg, Pommern und Holstein (Holstein=dänisches Herrschaftsgebiet)
Januar 1628: - Wallenstein wird Herzog von Mecklenburg
- das kaiserliche Heer stößt nach Dänemark vor und erobert Jütland
Mai - Juli 1628: Wallenstein belagert erfolglos Stralsund, das sich im Juli per Vertrag an Schweden bindet
September 1628: Schlacht bei Wolgast
=> Sieg der Habsburger unter Wallenstein über das dänische Heer
1626 - 1628: verheerende Mißernten, Hungersnot, Pest im ganzen Reich
1629: Lübecker Friede: Christian IV. von Dänemark verzichtet auf weiteres Eingreifen im Reich und sichert dadurch seinen Besitz (Status-quo wird beibehalten)
1629: Stellung des Kaisers im Reich so stark wie kaum zuvor
06.03.1629: Erlaß des Restitutionsedikts: alle geistlichen Gebiete, die nach 1552 in protestanischen Besitz gelangt sind, müssen der katholischen Seite zurückgegeben werden
1626-1630: große Hexenverfolgungswelle, v.a. in den fränkischen Hochstiften und in der Rhein- Moselgegend (v.a. im Bistum Köln)
=> mehr als 4000 Menschen werden als Hexen hingerichtet

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1630-1635:

Schwedischer Krieg

06.07.1630: Landung Gustav Adolfs auf Usedom (Pommern)
Juli - November 1630:Regensburger Kurfürstentag
=> 13.08. Entlassung Wallensteins auf Betreiben der Kurfürsten, Tilly wird Heerführer der kaiserlichen Truppen
Februar 1631: Leipziger Konvent: Versammlung der protestantischen Reichsstände
=> Allianz aller protestantischen Fürsten gegen das Restitutionsedikt
12.04.1631: Leipziger Manifest: Proklamation des Leipziger Bundes - Ankündigung von militärischem Widerstand gegen das Vormachtstreben des Kaisers (Restitutionsedikt), aber auch Absage an ein Bündnis mit Schweden
20.05.1631: totale Zerstörung des reichen und bedeutenden Magdeburg (mit Gustav Adolf verbündet) durch Tilly und Pappenheim
22.6.1631: Brandenburg und Schweden schließen ein Bündnis gegen den Kaiser
=> bis September: Kursachsen (obwohl protestantisch bis dahin auf der Seite des Kaisers), Bremen und Hessen-Kassel treten dem Bündnis bei
17.09.1631: Schlacht bei Breitenfeld
=> schwedische Truppen zusammen mit den Heeren der verbündeten deutschen Fürsten unter Gustav Adolf fügen dem kaiserlichen Heer unter Tilly eine vernichtende Niederlage zu
Dezember 1631: Wallenstein wird als kaiserlicher Heerführer zurückgeholt
15.04.1632: Schlacht bei Rain am Lech
=> Sieg Gustav Adolfs über die kaiserliche Armee unter Tilly
=> Tod Tillys
=> Bayern wird vom schwedischen Heer besetzt und verwüstet,
17.05.1632: Einnahme Münchens
13.4.1632: Wallenstein wird in der "Vereinbarung von Göllersdorf" wieder als oberster Befehlshaber der kaiserlichen Armee eingesetzt
17.11.1632: Schlacht bei Lützen
=> Sieg der Schweden über das Heer des Kaisers, aber
=> Tod Gustav Adolfs
=> neuer Regent Schwedens und Leiter der schwedischen Politik im Reich, da die Thronfolgerin minderjährig ist: Reichskanzler Axel Oxenstjerna als Vorsitzender des schwedischen Reichsrats
1633: Gründung des Heilbronner Bundes zwischen Schweden und mehreren protestantischen Fürsten
=> sollte als Gegenmodell zum Reichsverband dienen, diesem letztendlich seine Bedeutung nehmen, den schwedischen Einfluß im Reich sichern und den beteiligten Fürsten Unabhängigkeit vom Kaiser verschaffen
=> der Bund bestand bis zur Schlacht bei Nördlingen 1634
25.02.1634: Ermordung Wallensteins in Eger (Cheb)
06.09.1634: Schlacht bei Nördlingen
=> Sieg des spanischen (unter Kardinalinfant Fernando) und kaiserlichen Heeres (unter Ferdinand von Habsburg, dem späteren Kaiser Ferdinand III.) über die schwedischen Truppen unter Bernhard von Weimar und Feldmarschall Horn
=> Verdrängung der Schweden aus Süddeutschland
1632-1640: Seuchenwellen (Pest, Pocken, Blattern...) überollen das Land

Mai 1635:

Prager Friede


=> zunächst zwischen dem Kaiser, der katholischen Liga und Kursachsen
=> im Anschluß nehmen alle deutschen Fürsten mit Ausnahme von Bernhard von Weimar und dem Landgrafen von Hessen-Kassel den Prager Frieden an
=> wichtigster Inhalt: das Restitutionsedikt wird vorerst außer Kraft gesetzt
=> Ziel: Erlangung eines endgültigen Friedens im ganzen Reich

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1635-1648:

Schwedisch-Französischer Krieg

19.05.1635: Frankreich (kämpft gegen die Vormachtstellung des Hauses Habsburg) erklärt Spanien den Krieg
März 1636: Kaiser Ferdinand II. erklärt Frankreich den Krieg (aus Solidarität mit Spanien)
30.03.1636: Vertrag von Wismar: Frankreich (katholisch) und Schweden (protestantisch) schließen ein Bündnis gegen den Kaiser
15.02.1637: Tod des Kaisers Ferdinand II. - sein Nachfolger: Ferdinand III., dieser drängt auf Frieden
Juni 1637 - Oktober 1638:Rückzug der Schweden nach Pommern
März 1638 - Dezember 1638:Kampf um die habsburgische Festung Breisach am Oberrhein (Schlüsselfestung, sichert Nord-Südverbindung)
=> März 1638: Schlacht bei Rheinfelden - die 1. Schlacht um die bedeutende Festung endet mit einer Niederlage des kaiserlich-bayerischen Heeres (Oberbefehlshaber: Herzog Federigo di Savelli) durch Bernhard von Weimar
=> nach mehreren gewonnenen Schlachten und erfolgreicher Belagerung erobert Bernhard von Weimar im Dezember 1638 die Festung und Stadt Breisach
Juli 1639: Tod Bernhards von Sachsen Weimar
=> Frankreich erbt seine Eroberungen, nimmt sein Heer in französische Dienste
September 1640 - Oktober 1641:Reichstag in Regensburg:
=> deutsche Fürsten rücken allmählich vom Prager Frieden ab, entziehen dem Kaiser z. T. ihre Unterstützung
Weihnachten 1641: Hamburger Präliminarvertrag
=> die kriegführenden Länder beschließen den Beginn von Friedensverhandlungen in Westfalen (Münster und Osnarbrück)
02.11.1642: 2. Schlacht bei Breitenfeld (Kampf um Leipzig)
=> Sieg des schwedischen Heeres unter Torstensson über das kaiserliche Heer unter Erzherzog Leopold Wilhelm
August 1643: in Westfalen beginnen die Friedensverhandlungen
November 1643: Schlacht bei Tuttlingen
=> Sieg eines bayerisch-kaiserlichen Heeres unter Mercy über die Franzosen
August 1644: Schlacht bei Freiburg
=> Niederlage der kaiserlichen-bayerischen Truppen
=> Frankreich besetzt das Elsaß
03.08.1645: - Schlacht bei Alerheim (Niederlage der kaiserlich-bayerischen Heere, der bayerische Heerführer Mercy fällt)
- erstmals versammeln sich alle Gesprächsteilnehmer der westfälischen Friedenskonferenz
06.03.1645: Schlacht bei Jankau (Jankov)
=> glänzender Sieg Torstenssons über die kaiserlichen Truppen
=> die Position der Schweden hat sich mit den Schlachten von Alerheim undJankau entscheidend verbessert, die des Kaisers sehr verschlechtert
1646: französisch-schwedische Truppen dringen in Bayern ein
September 1646: Vorfriede zwischen Frankreich und dem Kaiser (Ferdinand III.)
14.03.1647: Ulmer Waffenstillstand zwischen Bayern und Frankreich
=> hält bis September 1647
1648: erneut schwedisch-französische Truppen in Bayern
17.05.1648: Schlacht bei Zusmarshausen
=> Sieg der französischen und schwedischen Truppen unter Turenne und Wrangel über das kaiserlich-bayerischen Heer (Befehlshaber Gronsfeld und Holzappel) => nach der Schlacht ziehen Schweden und Franzosen plündernd und zerstörend durch Bayern
06.08.1648: Vorfriede zwischen Schweden und dem Kaiser
20.08.1648: Schlacht bei Lens
=> letzte Schlacht des Dreißigjährigen Krieges => Sieg des französischen Heeres unter Condé über das spanisch-österreichische unter Erzherzog Leopold Wilhelm

24.10.1948:

Westfälischer Friede


=> Ende der Kampfhandlungen
ab Januar 1649: Räumung Bayerns
26.06.1650: Nürnberger Abkommen über die Abdankung der Armeen

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Zitieren Sie diesen Artikel bitte als: Edith Koller: Dreißigjähriger Krieg - Zeitleiste, in: Gudrun Gersmann / Torsten Reimer (Hg.): München im Dreißigjährigen Krieg. Ein universitäres Lehrprojekt, 1. Version vom 6.12.2000, URL: http://www.krieg.historicum.net/themen/m30jk/30jkeinfuehrung.htm