Ein Denkmal für Maximilian I. | ||
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In der öffentlichen Erinnerung an die Geschichte des alten Bayern läßt sich im 19. Jahrhundert eine durchgehende Linie der Maximilian-I.-Verehrung feststellen (vgl. Körner, 121 ff.). Ein besonders auffälliges Beispiel dafür ist die Verherrlichung des Kurfürsten durch ein großes Reiterstandbild auf dem Münchner Wittelsbacher-Platz. Die Initiative zu diesem Monument ging vom bayerischen König Ludwig I. aus. Bereits 1830 beauftragte er seinen Architekten Leo von Klenze, mit dem dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen einen Vertrag über die Schaffung eines Maximilian-I.-Denkmals abzuschließen. Die Statue wurde von Stiglmayer gegossen, am 12.10.1839 fand die feierliche Enthüllung des Denkmals statt. Ludwig I. unterstrich aus Anlaß der Einweihung seine große Wertschätzung für Maximilian I. zusätzlich noch durch die Prägung einer eigenen Gedenkmünze, eines sogenannten Geschichtstalers. Die Würdigung Maximilians I. durch Ludwig I. ist unter zwei Gesichtspunkten zu betrachten. Einerseits muß man Ludwigs tiefen christlichen Glauben berücksichtigen, der in der römisch-katholischen Konfession seine Ausprägung fand und sich z. B. in der erfolgreichen Restauration von Klöstern, der Förderung geschlossen katholischer Landstriche und der Unterstützung der Konversion zum Katholizismus ausdrückte. Andererseits versuchte Ludwig I. für die Katholiken im gesamten Gebiet Deutschlands die Rolle eines Schirmherren zu übernehmen und eine Art informelles Protektorat auszuüben. Dies drückte sich sowohl in der Förderung von Katholiken in der Diaspora als auch in der Parteinahme für diese in politischen Konflikten mit anderen Staaten aus - dies führte z.B. zu einer Auseinandersetzung mit Preußen während der sogenannten Kölner Wirren während der Jahre 1837-1842. Allerdings wollte Ludwig I. den maximilianeischen Gedanken' nicht zu sehr überspannen. Da das Denkmal Maximilian I. als Feldherr darstellt, wäre es eigentlich naheliegend gewesen, auf den sonst gebräuchlichen Reliefs am Denkmalsockel die militärischen Taten des Kurfürsten zu verherrlichen. Bei diesen militärischen Taten hätte es sich aber zwangsläufig nur um Begebenheiten aus dem Dreißigjährigen Krieg handeln können. Die entsprechenden Reliefs waren auch ursprünglich von Thorvaldsen vorgesehen, doch wollte Ludwig I. eine zu gegenreformatorische Akzentuierung des Monuments verhindern. Dies geschah gerade im Hinblick darauf, daß das noch junge Königreich Bayern eine starke protestantische Minderheit in den neu hinzugewonnenen Landesteilen beheimatete, die immerhin fast ein Drittel der gesamten Bevölkerung ausmachte. Der Monarch wollte aus integrationspolitischen Gründen seine protestantischen Untertanen nicht zu sehr vor den Kopf stoßen. So sollte beim Maximilian-I.-Monument der Akzent nicht auf dem Aspekt des gegenreformatorischen Kriegsherren liegen. Vielmehr wollte man Maximilian als Landesfürsten oder als bedeutenden Vertreter der Wittelsbachischen Dynastie verstanden wissen. Ludwig I. verzichtete auf die vorgesehenen Reliefs, daher wirkt der Sockel des Denkmals bis heute seltsam nackt. Im Gegensatz zu Kurfürst Maximilian I. erhielt sein schwedischer Gegenspieler König Gustav Adolf kein Denkmal in München. Immerhin hatte 1853 der Magistrat in Erinnerung an den König am Haus Nr. 5 am Marienplatz eine städtische Gedenktafel mit folgender Aufschrift anbringen lassen: "In diesem Haus hat Gustav Adolf', König von Schweden, im Jahre 1632 gewohnt." (StadtAM, Bürgermeister und Rat 570/1, Schreiben vom 15. April 1909). Durch den Bau des neuen Rathauses aber war diese Gedenktafel samt dem Haus Nr. 5 verschwunden. So kam 1909 der Gedanke auf, an der Rathausfassade eine neue Gedenktafel anzubringen. Die Inschrift sollte darüber Auskunft geben, daß der Schwedenkönig im Jahre 1632 im ehemaligen Gasthaus abgestiegen war. Dieser Vorschlag aber wurde von der Verwaltung als völlig überflüssig abgelehnt, und zwar endgültig. Die Begründung lautete, daß |