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München war bis zum Jahre 1632 von Kampfhandlungen gänzlich
verschont geblieben. Im April 1632 stand der schwedische König Gustav
Adolf jedoch mit seinem Heer an der Donau, und am 15. April sollte er sich
bei Rain den Übergang über den Lech erzwingen.
Das unterlegene bayerische Heer zog sich unter dem Kommando des
Kurfürsten Maximilian nach Ingolstadt und schließlich nach Regensburg
zurück. Gustav Adolf scheiterte bei dem Versuch, Ingolstadt einzunehmen.
Am 4. Mai brach er die Angriffe auf Ingolstadt, die ihn über 1.700 Mann
gekostet hatten, ab und führte sein Heer in südlicher Richtung ins Innere
Bayerns. Über Geisenfeld zog er nach Moosburg an der Isar, wo er am 5.
Mai eintraf und eine Woche verweilte. Am 14. Mai erreichte er
Freising, welches sich mit einer Kontribution von 20.000 Reichstalern von
der Plünderung freikaufen musste.
Unterdessen verließen die wohlhabenderen Münchner Bürger bereits die Stadt und suchten in Tirol oder gar Italien Schutz vor den feindlichen Schweden. Schon am Gründonnerstag, am 8. April, hatten die Kurfürstin und ihr Schwager, Herzog Albrecht, mit seiner Familie München verlassen
und waren nach Salzburg geflohen. Auch die kurfürstliche Schatzkammer,
kirchliche Schätze und die städtische Barschaft im Wert von 32.449 fl.
wurden in das benachbarte Erzbistum Salzburg gebracht. Nur der
französische Gesandte Jean de Saint-Etienne war in München verblieben.
Schon im Lager von Ingolstadt hatte dieser eine Unterredung mit Gustav
Adolf, um ihn von seiner Offensive gegen das Kurfürstentum abzubringen.
In Freising stellte sich der französische Diplomat abermals bei Gustav Adolf ein (siehe dazu Quelle). Da der Schwedenkönig jedoch verärgert darüber war, dass ihm die Münchner Bürgerschaft nicht bereits bis Moosburg entgegengekommen war, um ihm die Übergabe der Stadt anzubieten, erbat der Gesandte in einem Schreiben vom 14. Mai dringend, eine städtische
Abordnung nach Freising zu schicken. Der kurfürstliche Kriegsrat Johann
Küttner, die Bürgermeister Friedrich Ligsalz und Ferdinand Barth sowie der Stadtrat Paulus Parsdorfer als Münchner Delegation folgten diesem Aufruf. Ihren Bemühungen war großer Erfolg beschieden. Man einigte sich darauf, dass der Hauptstadt Maximilians, die auf eine Verteidigung nicht
eingerichtet war, gegen Zahlung des ungeheuren Lösegelds von 300.000
Reichstalern Brand und Plünderung erspart bleiben sollten.
Am 17. Mai wurden Gustav Adolf vor den Münchner Stadttoren die
Stadtschlüssel übergeben. Er war begleitet von Pfalzgraf Friedrich V, dem Winterkönig, dem Pfalzgrafen August von Sulzbach und den Herzögen
Bernhard und Wilhelm von Weimar sowie Johann von Holstein:
"Am Montag hernach in der Kreizwoche den 17. May ist der Feind mit seiner völigen Armade auf Minchen gefolgt, und anfenglich dass gleger
vor dem Iserthor geschlagen, und der Khinig sambt dem Pfalz Graffen
Augustus, Herzog Wilhelm von WeinMarkt, und Herzog von Holstein,
sambt anderen derenselben hohansehlichen comitaten, heren Graffen,
und Freyheren, Ritter und Adels Pershonen, auch neben vil dapfferen
heren Obristen und wolerfarnen Officieren und khiniglihe Suedische
Compani zu Roß, sambt dem hebronischen Rebiment zu feuß so etlich tag und naht auf dem Platz gelegen, alhie durch dass Ierthor, dass thal hin
auf, ober dem Markht in die weinstrass, curch die oberschwebinger gasse
eingezogen, ..."
(Gewiser Bericht und Urkhundt deß entstandnen Ubls und Unruehe in
Minchen im Jar 1632)
Sie zogen durch das Isartor mit drei Regimentern in München ein und
nahmen in der Residenz Quartier.
Die Stadttore wurden mit schwedischen Soldaten besetzt, und die Klöster,
das städtische Zeughaus und weitere wichtige Gebäude erhielten eine
Schutzwache.
Der schwedische König war tief beeindruckt von dem Reichtum und der
Schönheit der Bauten und Kunstsammlungen. Er soll die Stadt angesichts
des eher kargen Umlandes mit einem "goldenen Sattel auf einem mageren
Pferd" verglichen haben.
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Autorin: Anna Kugler
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Artikel: 1. Version vom 6.12.2000
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siehe auch:
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Literatur:
- Junkelmann, Marcus: Gustav Adolf (1594-1632). Schwedens Aufstieg zur Großmacht,
Regensburg 1993.
- Müller, Walter: Der Löwe aus Mitternacht. Gustav Adolf kam bis München, München 1994.
Quellen
- Anonym, "Gewiser Bericht und Urkhundt deß entstandnen Ubls und
Unruehe in Minchen im Jar 1632", in Westenrieder, Lorenz (Hrsg.):
Beyträge zur vaterländischen Historie, Geographie, Staatistik, etc., Bd. 7,
München 1852, S. 83-91.
- Merian, Matthäus: Topographie Bavariae das ist Beschreib- und Aigentliche Abbildung der
vornembsten Stätt und Orth in Ober und Nieder Bexern, Der Obern Pfaltz Und andern zum
Hochlöblichen Bayerischen Craiße gehörigen Landschafften, o.O. 1644.
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Kupferstich von Lucas Kilian nach einem Gemälde von Anthonis van Dyck, um 1630, Münchner Stadtmuseum. |
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Übergabe der Münchner Stadtschlüssel am 17. Mai 1632, Kupferstich von Matthäus Merian, 1644, Stadtarchiv München. |
Bilder aus: Heimers, M. P.: Krieg, Hunger, Pest und Glaubenszwist. München im Dreißigjährigen Krieg, München: Buchendorf Verlag 1998, S. 24 bzw. 30. |
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