Matthaeus Merian d. Ä.

Matthaeus Merian wurde am 22. September 1593 in Basel als Sohn des Sägemühlen-Besitzers und Ratsherrn Walther Merian geboren. Nach dem Gymnasium ging Merian - sein gesteigerter Kunstsinn war wohl schon früh entdeckt worden - 1606 in die Lehre eines Glasmalers, aber wahrscheinlich schon 1607 nach Zürich. Dort erlernte er beim Kupferstecher Dietrich Meyer das Radieren, das er bis an sein Lebensende praktizierte. Bereits hier entwickelte Merian die sein Schaffen beherrschenden Motiv-Topoi: Landschaften und Städtebilder. Seit 1610 war er bei Dietrich Brentel in Straßburg beschäftigt und zog 1612/13 über Nancy nach Paris, wo er bei verschiedenen Verlegern studierte und arbeitete. 1615 kehrte Merian nach Basel zurück; hier entstand auch sein großer Basler Stadtplan. Über Stuttgart und die Niederlande kam Merian 1616 nach Frankfurt und Oppenheim. Dort arbeitete er für den Verleger Johann Theodor de Bry und heiratete schließlich dessen Tochter Maria Magdalena. Von Oppenheim aus reiste er immer wieder in die Niederlande und u.a. nach Frankfurt und Heidelberg. In dieser Zeit lernte Merian auch Johann Ludwig Gottfried kennen, den späteren Autor vieler von ihm verlegter Werke.

1620 zog Merian nach Basel und machte sich, nachdem er das Zunftrecht erworben hatte, selbstständig. Hier schuf er einen wichtigen Teil seines Werkes, v.a. über 250 kleinformatige Landschaftsblätter der Basler Region. Nach dem Tod seines Schwiegervaters 1623 kehrte er nach Frankfurt zurück und übernahm dessen Verlag - vorerst zusammen mit der Familie des Verstorbenen. 1626 erhielt er dann das Bürgerrecht und wurde selbständiger Verleger. In der Folgezeit konnte er große Erfolge erzielen und veröffentlichte namhafte Werke wie z.B. die "Merianbibel" (1630), Johann Ludwig Gottfrieds "Weltchronik" und "Theatrum Europaeum" (1629-34), außerdem Stadtpläne, Chroniken, naturwissenschaftliche, medizinische und theologische Bücher.

Die um 1642 bis 1655 entstandene, hauptsächlich nach den Ortsbeschreibungen von Martin Zeiller konzipierte "Topographia Germaniae" gilt als Merians Hauptwerk.
1645 starb seine Frau. Bereits 1646 heiratete Merian zum zweiten Mal. Am 19. Juni 1650 starb Merian in Bad Schwalbach, nachdem er schon mehrere Jahre durch Krankheit gezeichnet gewesen war. Der älteste Sohn Matthaeus d. J. führte den Verlag weiter.

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Autor: Frank Selzle
 
Artikel: 1. Version vom 6.12.2000
 
siehe auch:
 
Literatur:
  • Wüthrich, L.: "Matthaeus Merian d. Ä." In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 17, Berlin 1994, S. 135-138.
  • Bachmann, F.: Die alten Städtebilder. Ein Verzeichnis der geographischen Ortsansichten von Schedel bis Merian, Leipzig 1939.
 
Stadtplan Münchens von 1644

Der Stadtplan Münchens um 1644 von Matthaeus Merian d. Ä.
Bestand Bayerische Staatsbibliothek


Zitieren Sie diesen Artikel bitte als: Frank Selzle: Merian d. Ä., in: Gudrun Gersmann / Torsten Reimer (Hg.): München im Dreißigjährigen Krieg. Ein universitäres Lehrprojekt, 1. Version vom 6.12.2000, URL: http://www.krieg.historicum.net/themen/m30jk/merian.htm