1. Die Münchner StraßennamenIm heutigen Münchner Stadtgebiet lassen sich noch an mehreren Stellen Straßenzüge finden, deren Namen auf Ereignisse und Personen aus dem 30jährigen Krieg hinweisen. So befinden sich im Münchner Westen im Stadtteil Laim Straßen und Plätze mit den Namen von 21 der insgesamt 42 Schwedengeiseln, die Gustav Adolf 1632 als Pfand für ausstehende Kontributionszahlungen nahm. Diese Straßen wurden 1900 auf ihre Namen getauft und bilden heute ein Wohnviertel, das sich um den Agricolaplatz herum gruppiert. Dabei bleibt die Auswahl der Straßennamen ein Rätsel, wurden doch hier nur die Hälfte der 42 Geiseln namentlich verewigt. Des Geiselnehmers Gustav Adolf selbst wurde im übrigen am Rande dieses Viertels mit einer mehr als Gasse oder Weg zu bezeichnenden Straße gedacht. Im Norden von München finden sich in Milbertshofen der Wallensteinplatz mit der dazugehörigen Straße, sowie die Piccoloministraße. Auch hier an diesem recht trostlosen, von Krankenhäusern und Bürobauten umschlossenen Platz weist nichts außer den Straßennamen selbst auf den katholischen Heerführer und Fürsten hin. Um einiges näher am Zentrum befinden sich Straßen der beiden Feldherren Tilly und Pappenheim, die sich beide in unmittelbarer Nähe zum berühmten Zirkus Krone, einer ebenso berühmten Brauerei sowie dem Bayerischen Rundfunk erstrecken. Alle bisherigen Straßen waren Persönlichkeiten des 30jährigen Krieges gewidmet, an anderere Ereignisse erinnern in München nur zwei Straßen, zum einen die Stadtlohnerstraße, benannt nach einer siegreichen Schlacht durch Tilly im Jahre 1623, sowie die Kirchenstraße, die an die durch die Schweden zerstörte Pfarrkirche von Haidausen erinnert. 2. Die Denkmäler |
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Der wichtigsten Münchner Gestalt des 30jährigen Krieges, Kurfürst Maximilian I. von Bayern, wurde am Wittelsbacherplatz, unmittelbar hinter dem Odeonsplatz und nicht weit von der Residenz, ein Denkmal gesetzt. Der ebenfalls nicht weit davon befindliche Maximiliansplatz hat allerdings trotz der Namensgleichheit nichts mit Maximilian I. zu tun. Geht man nun um die Ecke auf den Odeonsplatz, kommt man zur Feldherrenhalle, in der eine große Statue an den bayerischen Feldherren Tilly erinnert, der 1620 mit der Schlacht am weißen Berg den ersten großen Sieg für die katholische Liga errungen hat. Die Feldherrenhalle ist heute allerdings mehr durch den gescheiterten Hitlerputsch von 1923 bekannt. Oberhalb der Theresienwiese, der Münchner Festwiese, erhebt sich die bayerische Schutzpatronin Bavaria. In ihrem Rücken findet sich die Ruhmeshalle, in der mit Dutzenden von Büsten zahlreicher lokaler und regionaler Größen aus den verschiedensten Epochen gedacht wird. Neben dem Feldherren Graf von Pappenheim, der unter Tilly diente, finden sich auch Büsten zahlreicher anderer Zeitgenossen, wie z.B. des Malers Peter Candid oder des Baumeisters Elias Holl sowie anderer Staatsbeamter, Heerführer oder Theologen aus der Zeit des 30jährigen Krieges. 3. Bauten des 30jährigen Krieges |
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Am Sankt-Jakobs-Platz auf halber Strecke zwischen dem Marienplatz und dem Sendlinger Tor befindet sich das ehemalige Stadtzeughaus, das während des 30jährigen Krieges als Waffenarsenal diente. Noch heute lassen sich darin viele der Waffen und Rüstungen aus den damaligen Beständen begutachten, denn das Zeughaus ist Teil des Münchner Stadtmuseums. Ebenfalls ein wichtiger Schauplatz während des Krieges war die Münchner Residenz des bayerischen Kurfürsten Maximilian I. Von hier aus lenkte Maximilian I. die Geschicke seines Staates, mußte aber 1632 hinnehmen, daß der schwedische König Gustav Adolf München kampflos einnahm und sich in der Residenz einquartierte. Diese soll aber aufgrund ihrer Pracht und Größe dem Schwedenkönig Bewunderung abgenötigt haben. Am Promenadenplatz findet sich eine ehemalige Karmelitenkirche, die Teil eines ganzen Klosterbaus war, welchen Maximilian I. zu bauen gelobt hatte, als er vom Sieg der katholischen Truppen bei der Schlacht am Weißen Berg im Jahre 1620 erfahren hatte. Der Bau des Klosters konnte allerdings erst nach Beendigung des Krieges in Angriff genommen werden. Heute erinnert nur noch die Kirche an das Kloster. Ebenfalls auf ein Gelübde Maximilian I. geht die Errichtung der Münchner Mariensäule auf dem gleichnamigen Marienplatz zurück. Maximilian setzte damit im Jahre 1638 der Vertreibung der Schweden und der Bewahrung Münchens vor den Schrecken des 30jährigen Krieges ein Denkmal. Der Marienplatz samt Mariensäule, umrahmt vom alten und neuen Rathaus, bildet heute das unumstrittene Zentrum der Stadt München. |
| Zitieren Sie diesen Artikel bitte als: Patrick Lück: Spuren des 30jährigen Krieges in München, in: Gudrun Gersmann / Torsten Reimer (Hg.): München im Dreißigjährigen Krieg. Ein universitäres Lehrprojekt, 1. Version vom 6.12.2000, URL: http://www.krieg.historicum.net/themen/m30jk/spuren.htm |