Mit seiner Frankfurter Verlagstätigkeit erreichte Merian eine breite geschäftliche Wirksamkeit. Neben Flugblättern und Bildern für verschiedene Schriften erschienen unter anderem größer angelegte Werke wie etwa der Vogelschauplan Frankfurts (1628) oder das "Theatrum Europaeum". Mit Werken wie Martin Zeillers "Itinerarium Italiae" oder Johann August Werdenhagens "De Rebus Publicis Hanseaticus" erlangte Merian Erfolge. Schließlich entwickelte sich die Planung für ein größeres topographisches Werk. 1642 schließlich entstand der erste Band der "Topographia Germaniae" mit Texten und Bildern über die Schweiz. Die auf Ortsbeschreibungen Martin Zeillers aufbauenden Darstellungen wurden nun um jeweils weitere Reichskreise ergänzt, so dass bis 1655 Merian und seine Erben 16 Bände vorlegen konnten. Eine Einbeziehung anderer europäischer Länder wurde teilweise mit Bänden über Frankreich, Italien und Kreta erreicht. So gestalteten Merian und seine Nachfolger über 2000 Blätter und konservierten damit das Gesicht des Reiches vor dem Dreißigjährigen Krieg.
Der hier herangezogene Teilband: "Topographia Bavariae, das ist Beschreib: und Aigentliche Abbildung der Vornembsten Stätt und Orth in Ober und Niederbeyern, der Obernpfaltz, und andern, zum Hochlöblichen Bayrischen Craiße gehörigen Landschaften, in Truck gegeben u. verlegt durch Matthäum Merian" von 1644 beinhaltet mehr als 600 Beschreibungen von "Landschaften / Thäler / Stätt / Stättlein / Märckt / Flecken / Klöster / Schlösser / Wasser / Berge / Wälder" (Register, S.85) und fast 100 Abbildungen.
Dieses Werk geht u.a. auf eine akribische Erhebung Ober- und Niederbayerns zurück: " [...] gezehlet und begriffen werden 34 Stätt, [...] 93 oder 94 Märckt, [...] 4700 Dörffer / insgemein 4130 Einöden / oder einschichtige Höff [...]" (S.4).
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